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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Hr.  Regierungsrath  Arneth  liest  einen  „Bericht  über
die  Gräber  bei  Bruck  an  der  Leitha.  (Taf.  I.)
Der  k.  k.  Bezirkshauptmann  zu  Bruck  an  der  Leitha,  Herr
Waid  eie,  berichtet  an  den  k.  k.  Statthalter  Herrn  Dr.  Emmiug
  e  r  über  die  Entdeckung  römischer  Gräber.  Der  k.  k.  Herr  Statthalter ­
  hatte  die  Güte,  dem  Direetor  des  k.  k.  Münz-  und  Antiken-Cabinets
  die  Anzeige  Herrn  Waidele’s  mitzutheilen,  worauf  der
Amanuensis  dieser  Anstalt,  Herr  Dr.  Eduard  Freiherr  v.  Sacken,
sogleich  an  Ort  und  Stelle  geschickt  wurde,  um  die  Sachlage  zu
erforschen.  Hierüber  erstattet  Baron  v.Sacken  folgenden  Bericht
unter  Beigabe  der  Zeichnung  von  den  gefundenen  Gegenständen.
Bericht  über  die  bei  Bruck  an  der  Leitha  im  Frühjahre  1851  aufgefundenen
römischen  Gräber.
(Mit  einer  lithographirten  Tafel.)
Wenige  hundert  Schritte  östlich  von  der  Stadt  Bruck  an  der
Leitha,  jenseits  des  Flusses  (also  auf  ungrischem  Boden)  an
einem  kleinen  Bergabhange  wurden  im  April  1.  J.  Erdabgrabungen
vorgenommen,  bei  denen  man  auf  Gräber  stiess,  welche  reihenweise ­
  geordnet  erschienen,  eine  Reihe  von  der  andern  ungefähr
12'  entfernt;  die  Skelette  lagen  auf  dem  Rücken,  das  Gesicht  nach
Osten  gekehrt.  Die  Gräber  selbst  sind  von  dreierlei  Art,  mit
Steinplatten  ausgemauert,  mit  Ziegeln  ausgelegt,  und  ohne  Verkleidung ­
  des  innern  Raumes,  wo  also  die  Leichname  einfach  in
die  Erde  gelegt  wurden;  im  Ganzen  wurden  bis  jetzt  gegen  30  Gräber ­
  aufgefunden.  Die  ersten  sind  mit  2—V-/J  im  Quadrat  grossen,
5—6"  dicken,  roh  behauenen  Steinplatten  ausgemauert;  sie  sind
5'  3"—5'  6"  lang,  bei  3'  breit  und  eben  so  tief.  Jede  Schmalseite
besteht  aus  einem  einzigen  Steine;  bei  zwei  Gräbern  hat  der  Stein
an  der  Fussseite  eine  seichte,  aus  zwei  Rundbogen  bestehende
Vertiefung  eingemeisselt  (Fig.  2).  Die  Gebeine  waren  in  allen  in
grosser  Unordnung,  augenscheinlich  durcheinander  geworfen;
weder  Münzen  noch  andere  Gegenstände  wurden  dabei  gefunden;
die  Deckel,  welche  auch  aus  Steinplatten  bestanden,  sind  theils
zerschlagen,  theils  fehlen  sie  ganz.  Diese  scheinen  mit  Inschriften
und  Bildwerk  versehen  gewesen  zu  sein,  denn  man  fand  in  einem
Grabe  das  Bruchstück  eines  grossen  Grabsteines,  auf  dem  man  den
Unterthcil  einer  stehenden  Figur  im  langen  Mantel  sieht;  darunter
die  verstümmelte  Inschrift:
            
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