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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Polizei  seien  zwar  in  Acht  zu  nehmen,  doch  dabei  dem  Kaiser,  was
des  Kaisers  ist;  wenn  sie  etwas  bewilligten,  würden  sie  zu  grosser
Ungnade  kommen;  viele  seien  in  Lchenspfliclit.  Auch  hei  dem
Rath  und  Gerichte  wurden  Stimmen  laut,  die  Forderung  der
Stände  zurückzuweisen.  Das  Schreiben  enthalte  Sätze,  welche
den  Freiheiten  und  Privilegien  der  Stadt  entgegen  seien:  Ritterschaft ­
  und  Stadt  seien  nie  bei  dem  Prager  Landtage  erschienen  und
könnten  deswegen  nicht  in  den  Landtagsschluss  von  1618  aufgenommen ­
  werden.  —  Die  Commissäre  suchten  zu  vermitteln:  Die
Worte  seien  nicht  so  scharf  zu  nehmen;  es  würde  nur  „eine  gutwillige ­
  Anhillf  und  Darlehn”  angesucht.  Sie  wurden  jedoch  mit
ihrer  Forderung  abgewiesen  und  reisten  ab.
Im  August  d.  J.  erschien  in  Eger  Graf  Albin  Schlick,
Herr  auf  Weisskirchen,  Falkenau,  Duppau,  Nebrowitz  und  Thein,
der  bei  der  Gewaltthat  am  Hradschin  am  23.  Mai  ,1618  zugegen
gewesen  und  als  ständischer  Commissär  die  Rüstung  im  Eibogner
Kreise  betrieb.  Er  hatte  sich  bereits  mit  dem  Bürgermeister  Paul
Junker  und  dem  Syndikus  der  Stadt  Georg  Ludwig  in  Falkenau
besprochen  und  der  Rath  schien  nicht  abgeneigt  „ein  kleines  Defensions-und
  Unionswerk  anzustellen.”  In  der  Ständeversammlung
am  13.  August  theilte  Graf  Schlick  ein  Schreiben  der  Directoren
vom  2.  August  1618  mit,  welches  seine  Vollmachtund  die  Erklärung
enthielt,  dass  das  Defensionswerk  keine  politische  Sache  sei  und
als  solche  des  einen  oder  des  andern  Kreises  Freiheit  nicht  betreffe; ­
  sprach  dann  selbst  für  die  Beisteuer:  „die  katholischen
Stände  hätten  den  Kaiser  und  die  anderen  Fürsten  übel  berichtet,
dass  sie  die  Defension  als  ein  politisches  Werk  darstellten,  dass
der  Kaiser  jetzt  gegen  die  Stände  sub  utraque  ein  grosses  Kriegsheer ­
  geworben;  daher  wollten  die  Stände  eine  Anzahl  Fussvolk
stellen  nicht  animo  ojfcndendi,  sondern  defendendi;  den  Katholiken ­
  solle  dadurch  nichts  unbilliges  widerfahren;  die  Herren
Stände  hätten  zu  dieser  Stadt  ihr  besonderes  Vertrauen,  dass  sie
nicht  zu  einem  politischen,  sondern  zu  einem  Religionswerk  mit
einer  christlichen  Beisteuer  zu  Stande  kämen;  der  Kreis  solle
deswegen  nicht  zu  Böhmen  gezogen  werden;  die  Contribution  sei
ein  blosses  Voluntarium.”  Die  Versammlung  forderte  eine  Bedenkzeit ­
  von  4  Wochen.  Graf  Schlick  erwiederte  darauf:  „es
wäre  an  dem,  eine  Dilation  in  so  wichtigen  bedenklichen  Sachen
            
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