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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Nach  Mittheilung  des  Landtagsschlusses  lasen  die  Commissäre
ein  Propositionsschreiben  der  höhmischen  Stände  vor,  worin  dieselben ­
  die  Egerer  Stände  „alsein  Mitglied  des  Königreichs”  zu
gleichmässiger  Nachfolge  aufforderten,  „  dieweilen  denn  der
Egrische  Kraiss  olin  Zweifel  zu  Gemüth  werden  genommen  auch
zum  Theil  in  eigener  Erfahrung  empfunden  haben,  was  für  untrügliche ­
  Beschwernuss  und  Bedrängniss  ein  zeither  die  evangelischen
Stände  dieses  Königreichs  an  ihren  Gewissen-  und  Glaubensbekenntnissen ­
  erduldet,  indem  etliche  friedhässige  böse  Leutte  durch
Ihre  arglistige  Anschläge  solche  erschreckliche  Praktiken  erfunden,
dadurch  sie  unfehlbarlich  vermeint,  die  Freiheit  unserer  wahren
Religion  gänzlich  zu  cassiren  vnd  den  erlangten  k.  k.  Majestätsbrief, ­
  sowohl  den  geschlossenen  Vergleich  derer  sub  una  und  sub
utraque  vnd  was  sonsten  in  'puncto  religionis  mehr  heilsambes
statuirt  und  beiderseits  mittelst  der  Landtafel  stabiliret  worden,
vncräfftig  zu  machen,  vnd  vns  also  mit  vnsern  Nachkommen  in  ein
vnträgliche  servitut  zu  praecipitiren,  vnd  diess  alles  mit  solcher
Begierde  vnd  Halsstarrigkeit,  dass  auch  nach  albereit  geschehener
commotion  der  Herrn  Stände  dennoch  sehr  gefährliche  machinationes
  wieder  uns  sind  angestellt  worden,  welche  aber  der  Allmächtige ­
  umb  seiner  Barmherzigkeit  willen  vätterlich  abgewendet
vnd  bis  dato  zunichte  gemacht  hat;  allein  diss  ist  noch  hinterstellig, ­
  dass  wider  vnd  um  dieses  Königreichs  in  der  Stadt  Wien
und  derselben  confinien  ein  sehr  grosse  Kriegspräparation  angestellt ­
  und  allerhandt  Anschläge  wider  die  Grenzstädte  des  Königreichs ­
  tentirt  worden,  dem  zu  begegnen  wir  an  guter  Vorsehung
zwar  nichts  ermangeln,  zu  solchem  End  auch  mit  den  Herrn  gesamten ­
  Ständen  wie  obengemelt  eines  Succurs  halber  auf  3  Monate
lang  anstatt  des  persönlichen  Zuzugs  des  10.  Mannes  einen  gewissen ­
  Rathschlag  und  Beschluss  gemacht  haben,  massen  die
Herren  Commissäre,  so  es  vonnöthen,  mit  mehreren  ausführlich
werden  zu  proponiren  wissen.  *)”  Die  Egerer  Stände  sollten  für
die  „angeregte  Defension  und  dessen  Continuirung”  8000  Thaler
beisteuern  und  die  rückständigen  Steuern  einheben.
Die  Ritterschaft  weigerte  sich,  einen  solchen  Beschluss  zu
fassen.  Sie  erklärte:  die  liebe  Religion,  Vaterland  und  gute

*)  Datirt  vom  Tag  Petri  und.  Pauli  1  ö  18  am  Prager  Schloss.  Protokoll  von  1(HS.
            
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