Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

131

ster  Heinrich  (Erwählten  von  Trient)  und  den  Minoriten  Heinrich ­
  (Lector  des  Minoriten-Convents  in  Mainz),  welche  schon
früh  im  Vertrauen  Rudolphs  waren  ,  und  die  der  Papst  um  ihrer
Verdienste  willen  zu  den  bedeutendsten  Kirchenwürden  erhob.  Sie
räumten  alle  Schwierigkeiten  aus  dem  Wege  und  erreichten,  dass
endlich  die  offene  Erklärung  für  den  vor  einem  Jahre  erwählten
und  kurz  darauf  gekrönten  König  ausgesprochen  wurde  ').

1 )  Leider  ist  der  kleinste  Theil  der  in  den  vorhandenen  Rudolphinischen
Briefsaminlungen  enthaltenen  diplomatischen  Actenstücke  datirt,  daher  die
Benützung  derselben  sehr  erschwert  ist.  Wir  glauben  jedoch,  dass  sich
der  bei  Gerbert  (im  Cod.  epist.  Rudolphi  I.  R.  R.)  abgedruckte  18.  Brief
des  ersten  Buches  hierher  einreihen  lässt;  er  enthält  zuerst  eine  Danksagung ­
  für  die  gute  Aufnahme  seiner  Gesandtschaft  (deren  Seele  sein
Kanzler  Propst  Guido  von  Speier  gewesen),  und  ein  sehr  lebendig  ausgesprochenes ­
  Versprechen,  stets  das  Wohl  der  Kirche  im  Auge  zu  haben.
„Propter  quod  nos  in  solidati  persistentes  propositi  corde,  pura  non  ficta
„conscientia  ad  honorem  Dei  et  exaltationem  Romanae  ecclesiae  semper
„ultronei  volumus  totis  conatibus  inveniri,  omnes  Eeclesias  et  personas
„ecclesiasticas  favoris  continuatione  confovere,  in  exhibenda  iustitia  ipsis
„fore  faciles  et  in  conferenda  gratia,  prout  honorem  decet  Imperii,  liberales, ­
  ad  universalem  orbis  pacem  omni  nisu  oriturae  radicem  discordiae
„medullitus  evellere,  in  cavendaquedissensionismateriaSedis
„apostolicae  placitis  et  mandatis  filialiter  obedire.”  —
Es  folgt  nun  die  oben  angeführte  Stelle  über  seine  Bereitwilligkeit,  ins
heilige  Land  zu  ziehen.  —  Er  äussert  zugleich  den  lebhaften  Wunsch
nach  persönlicher  Zusammenkunft  „et  tractatum,  qualiter  pax  iam  diu  dis-„perdita
  inter  christicolas  reformetur  super  omnibus  tractatibus  per
„vestrae  mellifluae  pietatis  dulcedinem  cum  nostro  Cancellario  habitis  ol-„ferentes
  aniinam,  corpus,  honores,  res  et  omnianostra  ad
„Vestrae  beneplacita  Sanctitatis.  Et  ut  verbo  consonet  operis
„gratitudo,  Beatitudinis  Vestrae  pedes  devotis  osculis,  cum  vobis  placue-„rit,
  volumus  contingere  ac  facie  ad  faciem  personae  vestrae  sanctissimae
„perfrui  visione.”
Als  Beweis  seiner  unbegrenzten  Verehrung  und  Hingebung  an  den  Papst
und  die  römische  Curie  will  er  seine  Streitigkeiten  mit  dem  Grafen  von
Savoyen  (der  sowohl  mit  dem  römisch-deutschen  König  als  mit  dem
Grafen  von  Habsburg  im  Conflicte  war)  vor  der  römischen  Curie  durch
beiderseitige  Bevollmächtigte  ausgleichen,  und  falls  eine  solche  gütliche ­
  Ausgleichung  nicht  zu  Stande  gebracht  werden  könnte,  durch  seinen
(des  Papstes)  Ausspruch  entscheiden  lassen  „certam  habentes  in  Do-„mino
  fiduciam,  quod  ex  quo  post  eum  ad  nullum  alium  quam  vos  et  sacro-„sanctam
  Romanam  ecclesiam  habere  volumus  refugiuin  seu  respectum,
9*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.