Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

121

Diese  unumschränkte  Vollmacht  zu  Unterhandlungen  mit  dem
römischen  Stuhle  beweist,  dass  König  Rudolph  wohl  erkannte,  wie
nur  die  grösste  Willfährigkeit  und  Gefügigkeit  gegen  die  römische
Kirche,  welche  gerade  in  dieser  Zeit,  in  welcher  ein  General-Concilium
  gefeiert  werden  sollte,  in  der  Blüthe  ihrer  Machtfülle
sich  zeigen  konnte,  seine  Stellung  haltbar  machen  müsste.  —  Der
Papst  hatte  die  ausgezeichnetsten  Glieder  der  Kirche  aufgefordert,
ihr  Gutachten  abzugehen,  wie  auf  diesem  Concil  die  in  die  Kirche
des  Herrn  eingeschlichcnen  Missbrauche  gehoben  und  die  Sitten
der  Christen  zur  Reinheit  der  ersten  Zeit  ihrer  Stiftung  gebracht
werden  könnten.  Es  sollten  noch  vor  Beginn  des  Coueils  geraume
Zeit  früher  (sechs  Monate)  Abgeordnete  eintreffen,  welche  alle
auf  demselben  vorzubringende  Gegenstände  reiflich  besprechen
müssen,  —  Unter  den  aufgeforderten  war  auch  der  Bischof  Bruno
von  Olrnütz,  bekanntlich  einer  der  ausgezeichnetsten  Männer  seines ­
  Standes  und  seiner  Zeit,  König  Ottokars  II.  vertrauter  Freund
und  Geschäftsleiter.  —  Seine  Darstellung  ist  durch  Raynaldus
obwohl  wahrscheinlich  nur  auszugsweise  mitgetheilt,  sie  ist  von
grossem  Interesse  und  wirft  auf  die  Verhältnisse  bedeutendes
Licht 1 ).

„quod  ea  omnia  et  singula  rata  liabebo  et  inviolabiliter  observabo,  nee
„contra  ea,  per  me  vel  per  alium,  publice  vel  occulte  venire  tentabo.”  —
Er  will  auch  selbst  persönlich  einen  Eid  ablegen,  alles  zu  halten,
wenn  es  der  Papst  verlangt  „lilteris  vel  nuncio.”
J )  Raynaldus  sagt:  T.  XIV.  ad  a.  1273.  c.  6.  „Cum  vero  in  ea  synodo  ex-„cindere
  vitia,  quae  in  Ecclesiam  irrepserant,  improbas  consuetudines
„delere,  Christianorum  mores  ad  primaevum  sanctitatis  florem  revocare
„meditaretur  (Gregorius  papaj,  pluribus  archiepiscopis  atque  episcopis
„scientiae  ac  prudentiae  opinione  florentissimis  prouinciam  demandavit,  ut
„solicite  inquirerent,  quae  emendanda  in  populo  christiano  vel  in  religio-„sis
  familiis  viderentur  ;  quae  a  gentiiibus,  Judaeis  vel  liaercticis  immi-„nerent
  pericula;  tum  quae  congrua  iis  remedia  adhibenda  essent,  designa-„rentur:
  milterentur  oratores  ante  concilii  indictum  tempus  mensibus  sex,
„quo  ea,  qua  par  erat,  prudentia  discuti  atque  in  concilio  ipso  ordine
„debito  proponi  possent.  Ita  electo  Compostellano  ut  in  regno  Legionensi
„id  ageret,  Ilispalensi,  Taraconensi,  Tnletano,  Caesangustano,  Segobiensi,
„Pampilonensi  in  reliqua  Hispania;  in  Germania  vero  Olomucensi
„episcopo  aliisque  in  ceteris  christiarii  orbis  regnis  ac  provinciis  id  iniun-„xit:
  Egregie  vero  ea  perfunctus  inter  caeteros  Olomucen-„sis:
  cuius  literae  in  arce  S.  Angeli  rceonditae  sunt,  atque  a  Platina
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.