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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Diese  Bestätigung-  fand  jedoch  an  der  römischen  Curie  nicht
wenige  Gegner,  deren  Machinationen  wir  bisher  nur  aus  dem  Erfolge,
nämlich  der  Hinhaltung  und  Verzögerung  derselben,  kennen.
Alles  war  in  diesem  Augenblicke  mit  der  grossen  Angelegenheit ­
  des  Conciliums  beschäftigt,  der  Papst  bereits  auf  der  Reise,
in  Lyon  traf  er  Ende  November  1273  ein.  Man  wusste,  dass  der
Hauptzweck  desselben  die  Veranlassung  eines  Kreuzzuges  war,  dass
des  Papstes  heissester  Wunsch  für  Herstellung  der  Ruhe  und  Sicherheit ­
  in  Deutschland  aus  dieser  Absicht  entsprang;  folglich  erklärten ­
  die,  welche  seine  Gunst  und  Willfährigkeit  brauchten,  sogleich ­
  ihre  Bereitwilligkeit,  diesen  so  nachdrücklich  verlangten
Kreuzzug  zu  unternehmen.  König  Ottokar  II.  von  Böhmen,  der
mächtigste  aus  ihnen,  hatte  sich  vor  allen  dazu  anheischig  gemacht,
wollte  aber  eben  desshalb  früher  die  Regelung  der  Verhältnisse
in  Deutschland  und  volle  Sicherheit,  die  er  nur  als  römisch-deutscher ­
  Kaiser  erwarten  konnte.
Papst  Gregor  X.  bezeugte  darüber  seine  Freude  und  wollte
aber,  dass  der  König  unverzüglich  sich  dieser  Unternehmung
weihe  und  ohne  alle  Nebenabsichten.  Er  erkannte  nur  zu  wohl,
dass  Ottokars  Streben  die  möglichste  Ausdehnung  und  feste  Begründung ­
  seiner  Herrschaft  war,  dass  sein  Regiment  ein  starkes
möglichst  wenig  beschränktes  werden  sollte.  —  Er  hatte  den  Adel
seiner  Lande  gedemüthigt  und  sich  unterwürfig  gemacht,  er
wollte  auch  —  den  Klerus  in  demselben  an  grössere  Willfährigkeit
gewöhnen,  insbesondere  aber  waren  die  Verhältnisse  gegen  die
geistlichen  Reichsfürsten,  welche  so  beträchtliche  Güter  in  seinem
Gebiete  hatten,  Veranlassung  zu  den  grössten  Reibungen.  Ottokar
wollte  diese  Staaten  im  Staate  nicht  dulden,  er  wollte  Herr  sein
in  seinen  Landen  und  neben  ihm  sollte  es  kein  anderer  sein.  —  Der
Erzbischof  von  Salzburg  (seit  1270  Friedrich  II.  von  Walchen)
die  Bischöfe  von  Bamberg,  Regensburg,  Freisingen  und
„plantatio  contra  Crucis  Christi  emulos  ad  Christi  gloriam  se  dilatet.’’  —
In  dem  Schreiben  herrscht  übrigens  ein  ganz  anderer  Ton  als  in  dem
vorhergehenden,  man  sieht,  dass  der  Gemahl  einer  hohenstaufischen  Königin ­
  (Elisabeth,  früher  Gemahlin  König  Conrads  IV.)  den  Papst  ehrt,  aber
nicht  so  hoch  stellt,  als  der  Erzbischof.  —  Der  Text  bei  Bodmann
(Nro.  V.  p.  130)  ist  etwas  abweichend,  statt  virum  secundum  cor  suum
steht:  „animatam  praefecit  in  terris  legem  de  sui  profunditate
consilii...”
            
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