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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Der  noch  lebende  römische  Titularkönig  Alfons  (von  Castilien)
  war  auch  unzufrieden  über  die  neue  Wahl  und  suchte  durch
seine  Freunde  die  Bestätigung  Rudolphs  zu  vereiteln.
Es  entspann  sich  mithin  ein  diplomatischer  Kampf  am  päpstlichen ­
  Hofe  um  die  Bestätigung  oder  Verwerfung  der  Wahl  Rudolphs,
der  erst  nach  einem  Jahre  durch  die  Anerkennung  Rudolphs  endete.
Wir  wollen  den  Verlauf  desselben  näher  betrachten.
Bald  nach  seiner  Wahl,  noch  vor  der  Krönung,  meldet  König
Rudolph  dem  Papste  Gregor  X.,  wie  nach  langen  Unterhandlungen
die  Wahlfürsten  des  römisch-deutschen  Reiches  ihn  ohne  sein
Zuthun  (nullo  prorsus  ambitu)  zur  Regierung  berufen  und  seine
Einwilligung  zur  Uebernahme  derselben  dringend  gefordert  haben.
Er  habe  im  Bewusstsein  seiner  vielfältigen  Unzulänglichkeit  zurückgebebt ­
  vor  dieser  erhabenen  Würde,  doch  dem  göttlichen  Rufe  folgend, ­
  im  Vertrauen  auf  den,  der  den  Sterblichen  ihren  Platz  anweiset ­
  und  ihre  Lage  nach  weisem  Rathschlusse  ändert  und  wechselt, ­
  der  die  Schwachen  stark  macht  und  den  Stammelnden  die
Gabe  der  Rede  verleiht,  habe  er  zum  Lob  und  Preis  des  Königs  der
Könige,  aus  Ehrfurcht  vor  der  Mutter  Kirche,  zum  Schutze  des

der  Neapel  um  seiner  gibellinischen  Ansichten  willen  meiden  musste.  —
Seine  Worte  lauten:  „Salubris  assumpto  consolationis  remedio  de  tristi
„obitu  fratris  mci  (vielleicht  hingerichtet  ?),  quiapropterseveri  pre-„senciamKaroli
  electionem  de  Imperatore  prece,  viribus
„pretio  impedire  conantis,  singulos  etiam  saevientis  in  Syculos,
„qui  de  parte  fnerint  Gybellina,  sequi  secure  curiam  non  valebam,  cuius
„nuper  filio  nata  Domini  Regis  Boemie  suadente  papa  tradi  dehet
„uxorios  in  amplexus,  matrimonio,  quod  cum  filio  Lantgravii  contraxerat,
„in  irritum  auctoritate  apostolica  revocato,  tarn  de  amicorum
„meoruin  quam  Domini  Martini  consilio,  qui  ad  vestras  literas  se  mihi
„totum  exhibuit,  me  iam  sanitati  pristine  restitulum  summi  adventum
„pontificis  Bononie  noveritis  prestolari:  praebendam  olim  magistri  Angeli
„cuidam  collatam  fore  ytalico,  et  omnis  expertem  gratie  Jesu  Christi  esse
„vicarium  (für  ihn),  quimirasproutdipitur,  in  futuro  con-„cilio
  statuet  novitates’’  (?).  Worin  sollten  diese  mirae  novitates
  bestehen?  Das  schon  früher  erwähnte  Magnum  Chronicon  Belgicum
(Pistorii  SS.  Rer.  Germ.  T.  III.  p.  283)  sagt;  „Volebat  Gregorius  noster
„multitudines  ordinum  refrenare  et  constituere,  ne  plures  essent  quam
„duo  ordiries,  non  mendicantium  videlicet  nigrorum  monachorum,  et  Ci-„sterciensem:
  tarnen  ex  Templariis  et  Hospitalariis  tertium  ordinem  addi-„turus.”
  —  Also  Benedictiner,  Cistercienser  und  ein  Ritterorden!
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