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vorzüglichsten Angelegenheiten aber, die dem Papste am meisten am
Herzen lag, war ein neuer Kreuzzug. — Er sah ein und hörte
es von allen Seiten, dass daran, wenigstens in Deutschland, nicht zu
denken wäre, ehe nicht der allgemeine Landfriede das so zerrüttete
von Unruhestiftern aller Art heimgesuchte Reich beruhigt und
in Stand gesetzt habe, an einem solchen Unternehmen sich zu betheiligen.
— Aus diesem Grunde wollte er einen deutschen König?
und zwar wo möglich einen kriegerischen, damit derselbe die
Kreuz-Armee befehligen könnte. Er drang also allen Ernstes auf
eine deutsche Königswahl und verlangte für seine Absichten einen
tauglichen Heerführer *).
*) Wir wollen unsere Ansicht aus den Stellen einiger Chronisten rechtfertigen,
sowie aus den eigenen Worten des Königs. Man wird zugleich die
Stellung des römischen Stuhles daraus entnehmen. — Einer der bestunterrichteten
und verständigsten Chronisten ist der Schreiber der bischöflichen
Curie zu Strassburg, Gottfried von Ensmingen, der auf des Strassburger
Bürgers Ellenhard Gross, eines Zeitgenossen Rudolph’s, Antrieb und
mit seiner Unterstützung die „Gesta Rudolfi et Alberti regum Romanorum
1373 —1399” beschrieb. — (S. Böhmers Fontes II. S. 111 ff.) Er eröffnet
sein Werkchen mit folgenden Worten: „Cum autem regnuin Romano-„rum
vacaret a tempore Richardi regis, — et nullus Alemanie principum
„propter inetum aliquorum nobilium Alemanie sibi Romani regni regimen
„assumere vellet, qui partem imperatoris et suorum contra eccle-„siam
fovebant (?); et medio tempore in partibus Alemanie et aliarum
„circumiacentium per diversos spoliatores viarum et nobiles
„ipsius terre fuerint insolentie quam plurime perpetrate, tem-„pore
doininii Gregorii pape decimi, apud quem per diversos Alemanie
„nobiles et alios transeuntes sepe et sepius querimonia super tanta
„Importunitate vertebatur; inito consilio precepit principibus Alemanie,
„electoribus dumtaxat, ut de Romano rum rege, sicuti sua ab
„antiqua et approbata consuetudine intererat, providerent infra
„tempus eis ad hoc adomino papaGregorio statutum, alias
„ipse de consensu cardinalium Romani imperii providere
„vellet desolationi. Mandato autem apostolico viso ab ipsis principi-„bus
et recepto, convenerunt apud Frankenfurt de electione Romanorum
„regis tractaturi.” Also Gottfried. — Man glaube ja nicht, dass diese
Darstellung so aus der Luft gegriffen und etwa unbegründet sei. —
Der Papst hat die Wahl eines römisch-deutschen Reichs-Oberhauptes angeordnet
und im Falle langem Zögerns gedroht, selbst Fürsorge zu treffen!
— Er hätte ja nur den König von Frankreich zur römischen
Kaiserwürde, zur Schutzvogtei der römischen Kirche zu berufen gq-Sitzb.
d. phil. hist. CI. VII. Bd. I. Hft. 8