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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Habsburg  zeigte  die  Festigkeit  und  Energie  des  blühendsten  Mannesalters
  bald  nach  dem  Antritt  seines  neuen  Amtes  und  liess  sich
nicht  h  eh  errs  che  n.
Uehrigens  hatten  diese  Familicn-Verbindungen  allerdings  nicht
unbedeutenden  Einfluss,  den  nachzuweisen  wir  öfter  Gelegenheit
haben  werden.  Zwei  seiner  Tochter  vermählte  der  neu  gekrönte
König  Rudolph  am  Orte  seiner  Krönung  zu  Aachen,  Ende  October
1273.
Pfalzgraf  Ludwig  bei  Rhein,  Herzog  von  Baiern,  der  früher
selbst  deutsches  Reichsoberhaupt  werden  sollte,  wenn  die  Unterhandluno'en
  nicht  an  dem  Widerstande  mehrerer  Wahlfürsten  gescheitert
  wären,  ward  mit  der  ältesten  Tochter  Mathilde  vermählt.— ­
  Er  war  der  Mörder  seiner  ersten»Gattin,  der  unglücklichen ­
  Maria  von  Brabant,  die  er  1256  köpfen  liess  in  einem  Anfalle
wiithender  Eifersucht;  seitdem  scheint  er  milder  und  nachgiebiger
geworden  zu  sein.
An  ihn)  erhielt  König  Rudolph  nicht  bloss  einen  Schwiege  rsohn
  sondern  auch  eine  Stütze 1 ).

1 )  Pfalzgraf  Ludwig  II.  ,  Herzog  von  Baiern,  mit  dem  Beinamen  der
Strenge  (wegen  seiner  Unthat),  geb.  1229,  war  seit  1271  Witwer  von
seiner  zweiten  Gemahlin  Anna  von  Schlesien,  die  er  1260  geheiratet
hatte.  Er  hatte  mit  Recht  Sorge,  von  einem  gerechten  und  starken
Reichs-Oberliaupte  zur  Rechenschaft  gezogen  zu  werden  über  so  manche
Handlungen  der  Selbstsucht  und  Rücksichtslosigkeit;  —  dem  englischen
Prinzen  Richard  hatte  er  seine  Stimme  um  9000  Mark  Silber  verkauft, ­
  erhielt  auch  von  ihm  1261  die  Verwaltung  der  heimgefallenen
Lehen  des  Grafen  Albert  von  Dylon;  seinem  Neffen  (Sohn  seiner  Schwester ­
  Elisabeth),  dem  unglücklichen  Conradin,  hatte  er  gegen  Vorstreckung
mehrerer  verhältnissmässig  nicht  allzu  bedeutender  Summen  nach  und
nach  alle  seine  Güter  und  Lehen  abgenommen  und  ihn  alsdann  rücksichtslos ­
  verlassen  und  geopfert.  —  Um  sicher  zu  sein,  unterhandelte  er
durch  den  Burggrafen  von  Nürnberg.  —  Wie  Albertus  Argentinensis
(bei  Urstisius  II.  p.  100)  erzählt:  „Dux  Bavariae  convocans  Burggra-„vium
  de  Norinberg  praesentem  aitilli:  Si  Rudolfus  praefatus  pro-„moveretur
  in  Regem,  quomodo  essem  ab  eius  laesione  securus  ?  Habetne
„aliquam  filiam  quam  mihi  daret  in  uxorem  ?  Et  illo  asserente  quod  Ru-„dolfus
  sex  haberet  filias  et  de  danda  sibi  una  sub  omnium  bonorum
„suorum  hypotlieca  duci  cavente  ,  dux  annuit  Maguntino”  —  es  musste
ihm  am  meisten  um  den  ruhigen  und  ungestörten  Besitz  der  conradinischcn
  Güter  zu  thun  sein,  der  ward  ihm  ohne  Zweifel  am  ehesten  durch
            
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