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Abhängigkeit von den Wahlfürsten, offener Widers
tand von Seite des Gegners Ottokar II. (der als „aemulus” galt)
und Misstrauen von Seite der römischen Curie, das waren die
inneren Verhältnisse, welche den allerdings tüchtigen Grafen Rudolph
von Habshurg nach seiner Wahl zum römisch-deutschen Reichs-Oberhaupte
erwarteten; diese Verhältnisse mussten seine Politik
bedingen.
Dazu kamen die Verhältnisse nach Aussen, die sich natürlich
nach den inneren gestalteten und von denen die gegen
Italien, Frankreich, Ungern, England lebhaft genug waren, obgleich
sehr verschiedenen Gehaltes.
Wir wollen nun diese Verhältnisse und die denselben gemässe
Politik Rudolphs I. im Einzelnen näher betrachten und
wir hoffen dadurch zum bessern Erkennen dieser Zeit einiges beizutragen
*). Was nun zuerst die deutschen Wahlfürsten betrifft,
deren sechs: Mainz, Cöln und Trier die geistlichen, Pfalzßaiern,
Sachsen und Brandenburg die weltlichen, den
Grafen Rudolph zum deutschen König wählten, so hat man, wie überhaupt
in der deutschen Reichsgeschichte so auch insbesondere in
der Geschichte K. Rudolphs I., ihre Wirksamkeit und ihr Verhältniss
gegen den König viel zu wenig beachtet.
Der König und seine Wahlfürsten, die zu den wichtigsten
Acten ihre Willebriefe geben sollten, bilden das Regiment; es ist
also billig, dass sie auch in der Geschichte dafür verantwortlich
sind.
Leider sind die bisher bekannt gewordenen Quellen zur Geschichte
der Kurfürsten und ihres Verhältnisses zum König oder
*) Für die erste Periode (1273—1308) und einen Theil der zweiten (bis
1346) haben wir glücklicher Weise ausgezeichnete und unvergleichliche
Vorarbeiten, die wie der allgemeinen deutschen Reichsgeschichte, so
insbesondere der habsburgischen Geschichte' vortrefflich zu Statten
kommen; vorzüglich ist da zu preisen die neue Bearbeitung der B ii hmer’schen
Regesten der deutschen Kaiser. — Unter allen neueren Geschichtswerken
nimmt aber an Zuverlässigkeit und Umsicht den ersten
Platz ein: Eutychius Kopp’s Geschichte der eidgenössischen Bünde;
das Werk bleibt Grundlage aller neueren F o r s chung, die freilich dann
durch seine Zusammenstellung erst recht dringend erscheint.
Wir haben in unserer Geschichte noch nicht das volle Tageslicht,
erst die — Morgendämmerung.