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König Ottokar II. brachte selbst seine Beschwerden über die
deutschen lleichsfürsten, die ihn beseitigten und seine Ansprüche
auf den deutschen Thron verwarfen, vor den päpstlichen
Stuhl; dem Papste stellte er die Entscheidung anheim,
wer deutsches Reichsoberhaupt sein sollte 1 ). Er äussert
„nent cardines unum eligere, qui apostolice sedi preesset, odii camino
„succensi, tabescentis invidie livoribus titillati, intronizaverunt personam
5 ,tarn tocius expertem scientie, quam omni penitus urbani-„tate
carentem” (dafür war Gregor ein redlicher wohlwollender Mann).
„Principes etiam Alemannie’’, setzt er hinzu, „quibus est potestas Cesares
„eligendi, cum in tarn spatiosa mundi maehina plures essent, de quorum
„aliquo potuissent orbis nationibus utiliter providere (sub quo) devirata
„reviresceret Imperii celsitudo, hominein pauperem famaque reconditum sub-„obscura
in cesaree potestatis apicera erexerunt, non aliter ac si aliquis in
„domum divite refertam supellectile et pretiosi plenam thesauri introduc-„tus
esset, ut assumeret quae placerent, et ipse repudiaret argentum,
„reciperet stagnum, algam captaret iacinctos reiceret, sperneret purpurain
„et vestem auferret pomposam, insania in eius capite principante.” So
urtlieilte man, ehe man des neuen Königs Energie und Herrschergaben kannte.
*) Man hat bisher diese Steilung der Dinge oft verkannt und geglaubt,
König Ottokar II. habe es verschmäht, deutscher Kaiser zu werden, nur
Kurz hatte die richtige Ansicht5 selbst der vortreffliche Böhmer ist in
der so ausgezeichneten Umarbeitung seiner Regesten K. Rudolph's I.
(1844, S. 52) dieser Ansicht, wenn er sagt: „Die Krone war von den
„Wahlfürsten zuerst König Ottokar von Böhmen angeboten worden ....
„Aber Ottokar hatte aus Bequemlichkeit und weil er ohnehin mächtiger
sei, als der zu wählende König sein werde, die Krone abgelehnt.”
— Er entnimmt diess aus dem Fortsetzer des Kosmas bei Pelzei und
Dobrowsky (SS. Herum Bohemicarum I. pag. 417), der zum Jahre 1271,
als K. Richard noch lebte (soll 1272 heissen), umständlich erzählt, dass
im August dieses Jahres der Erzbischof (Engelbert) von Cöln in Begleitung
vieler Edlen zu König Ottokar II. nach Prag gekommen sei und
im Namen der Kurfürsten ihn „gebeten habe, er möge geruhen,
die kaiserliche Würde anzunehmen.” (!) König Ottokar habe
die Gesandtschaft gnädig empfangen und glänzend bewirthet. Das Weitere
wollen wir mit den wörtlich übersetzten Ausdrücken des Chronisten
selbst erzählen: „Zusammenberufend die edleren Ritter der Böhmen und
„die an Alter reiferen , durch Weisheit glänzenderen, erforscht er
„(Ottokar) von ihnen sorgfältig, was in dieser Angelegenheit zu thun
„sei. Da nun die Magnaten und Angesehensten nach königlichem Befehl an
„einem Orte versammelt waren und sich berathschlagten , soll einer aus
„ihnen, von hervorragender Stellung, damals Kämmerer des Reiches, und
„beredt, Namens Andreas, auf folgende Weise (ihre Ansicht) ausge-