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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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König  Ottokar  II.  brachte  selbst  seine  Beschwerden  über  die
deutschen  lleichsfürsten,  die  ihn  beseitigten  und  seine  Ansprüche
auf  den  deutschen  Thron  verwarfen,  vor  den  päpstlichen
Stuhl;  dem  Papste  stellte  er  die  Entscheidung  anheim, ­
  wer  deutsches  Reichsoberhaupt  sein  sollte 1 ).  Er  äussert

„nent  cardines  unum  eligere,  qui  apostolice  sedi  preesset,  odii  camino
„succensi,  tabescentis  invidie  livoribus  titillati,  intronizaverunt  personam
5 ,tarn  tocius  expertem  scientie,  quam  omni  penitus  urbani-„tate
  carentem”  (dafür  war  Gregor  ein  redlicher  wohlwollender  Mann).
„Principes  etiam  Alemannie’’,  setzt  er  hinzu,  „quibus  est  potestas  Cesares
„eligendi,  cum  in  tarn  spatiosa  mundi  maehina  plures  essent,  de  quorum
„aliquo  potuissent  orbis  nationibus  utiliter  providere  (sub  quo)  devirata
„reviresceret  Imperii  celsitudo,  hominein  pauperem  famaque  reconditum  sub-„obscura
  in  cesaree  potestatis  apicera  erexerunt,  non  aliter  ac  si  aliquis  in
„domum  divite  refertam  supellectile  et  pretiosi  plenam  thesauri  introduc-„tus
  esset,  ut  assumeret  quae  placerent,  et  ipse  repudiaret  argentum,
„reciperet  stagnum,  algam  captaret  iacinctos  reiceret,  sperneret  purpurain
„et  vestem  auferret  pomposam,  insania  in  eius  capite  principante.”  So
urtlieilte  man,  ehe  man  des  neuen  Königs  Energie  und  Herrschergaben  kannte.
*)  Man  hat  bisher  diese  Steilung  der  Dinge  oft  verkannt  und  geglaubt,
König  Ottokar  II.  habe  es  verschmäht,  deutscher  Kaiser  zu  werden,  nur
Kurz  hatte  die  richtige  Ansicht5  selbst  der  vortreffliche  Böhmer  ist  in
der  so  ausgezeichneten  Umarbeitung  seiner  Regesten  K.  Rudolph's  I.
(1844,  S.  52)  dieser  Ansicht,  wenn  er  sagt:  „Die  Krone  war  von  den
„Wahlfürsten  zuerst  König  Ottokar  von  Böhmen  angeboten  worden  ....
„Aber  Ottokar  hatte  aus  Bequemlichkeit  und  weil  er  ohnehin  mächtiger ­
  sei,  als  der  zu  wählende  König  sein  werde,  die  Krone  abgelehnt.”
—  Er  entnimmt  diess  aus  dem  Fortsetzer  des  Kosmas  bei  Pelzei  und
Dobrowsky  (SS.  Herum  Bohemicarum  I.  pag.  417),  der  zum  Jahre  1271,
als  K.  Richard  noch  lebte  (soll  1272  heissen),  umständlich  erzählt,  dass
im  August  dieses  Jahres  der  Erzbischof  (Engelbert)  von  Cöln  in  Begleitung ­
  vieler  Edlen  zu  König  Ottokar  II.  nach  Prag  gekommen  sei  und
im  Namen  der  Kurfürsten  ihn  „gebeten  habe,  er  möge  geruhen,
die  kaiserliche  Würde  anzunehmen.”  (!)  König  Ottokar  habe
die  Gesandtschaft  gnädig  empfangen  und  glänzend  bewirthet.  Das  Weitere ­
  wollen  wir  mit  den  wörtlich  übersetzten  Ausdrücken  des  Chronisten
selbst  erzählen:  „Zusammenberufend  die  edleren  Ritter  der  Böhmen  und
„die  an  Alter  reiferen  ,  durch  Weisheit  glänzenderen,  erforscht  er
„(Ottokar)  von  ihnen  sorgfältig,  was  in  dieser  Angelegenheit  zu  thun
„sei.  Da  nun  die  Magnaten  und  Angesehensten  nach  königlichem  Befehl  an
„einem  Orte  versammelt  waren  und  sich  berathschlagten  ,  soll  einer  aus
„ihnen,  von  hervorragender  Stellung,  damals  Kämmerer  des  Reiches,  und
„beredt,  Namens  Andreas,  auf  folgende  Weise  (ihre  Ansicht)  ausge-
            
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