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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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und  zweifelhaft,  weiss  man  ja  nicht  einmal  die  Zeit  zu  bestimmen,
in  der  die  Zahl  der  Wähler  des  deutschen  Reichsoberhauptes  sich
auf  sieben  beschränkte.
Die  Geschichte  der  Wahlen  der  deutschen  Gegen  könige  Heinr
  ich  R  asp  e’s,  Wilh  el  ms  von  Holland,  und  der  S  ch  a  tt  en  könige
Richard  von  England  und  Alfons  von  Castilien,  zeigt  die  tiefe
Erniedriffunff  des  römisch-deutschen  Kaiserthrones.
Am  22.  Mai  1246  ward  Heinrich  Raspe  von  den  Erzbischöfen
von  Mainz,  Trier,  Cöln  und  Bremen,  von  fünf  Bischöfen  und  zwei
Herzogen  (Brabant  und  Sachsen),  dem  in  päpstlichen  Bann  gefallenen ­
  Kaiser  Friedrich  II.  entgegengestellt;  fast  dieselben  Wähler
wählten  nach  Heinrichs  unglücklichem  Ende  Wilhelm  von  Holland.
Beide  Könige  waren  Creaturen  des  Clerus.  „Rex  clericorum”,
hiess  Hein  rieh  „plantulam  nostram  nostrisque  manibus  consitam”
nannte  Papst  Innocenz  Wilhelmen.  Die  Wahlen  Richards  und
Alfonsens  im  Jahre  1257  (am  13.  Jänner  und  1.  April)  waren  noch
erbärmlicher,  sie  waren  ein  schnöder  H  an  d  e  1.
Der  Letztere  (Alfons)  war  ganz  vergessen,  nie  mehr  .als  Tilularkönig,
  der  Erstere  (Richard)  betrachtete  Deutschland,  wie
Böhmer  gut  bemerkt,  als  einen  „Luxusbesitz,  mit.  dem  er  von
Zeit  zu  Zeit  Schaugepränge  trieb,  seine  Wirksamkeit  erstreckte
sich  nicht  über  das  Flussgebiet  des  Rheins  und  bestand  bloss  in
Erkaufungen  und  Vermittlungen.  —  Er  versuchte  gar  nicht  zu
regieren.”
Und  nun  die  Wahl  eines  neuen  Königs!  —  Achtzehn  Monate
brauchten  die  deutschen  F'iirsten,  bis  sie  sich  auf  einen  Mann  einig
ten,  der  allerdings  tüchtig  und  achtenswert!)  in  jeglicher  Beziehung ­
  war,  aber  nach  dem  gewöhnlichen  Laufe  der  Dinge  nur
eine  untergeordnete  Rolle  gegenüber  seinen  Wählern  spielen  konnte.
Und  diess  war  auch  gewiss  von  ihnen  beabsichtigt.  —  Graf  Rudolph
von  Habsburg,  ein  Ehrenmann,  tapfer  und  redlich,  ein  echter
Deutscher,  konnte  gegenüber  einem  Kurfürsten  von  Mainz,
Trier  oder  Cöln,  einem  Herzog  von  Baiern,  einem  Pfalzgrafen  am
Rhein,  einem  Herzog  von  Sachsen,  einem  Markgrafen  von  Brandenburg ­
  wohl  nur  unschädlich  sein,  wenn  es  zu  einem  Conflicte
kommen  sollte.  —  Daher  verfiel  man  auf  ihn.  —  Das  sprach  scharf
und  richtig  der  aus,  welcher  bei  dieser  Wahl  gegen  ihn  sich  erklärt; ­
  hatte,  König  Ottokar  II.  von  Böhmen,  ja  der,  wie  aus  meh-7*

            
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