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Hr. Regierungsrath Ch m el liest: ,, Habsbur gische Escurse”.
II.
Die kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien hat der
Herausgabe von Briefen, Urkunden und Actenstiicken zur Geschichte
des Hauses Habshurg, vorerst im Jahrhundert seiner
grössten Macht (vor, unter und nach Karl V.) von der burgundischen
Heirat bis zum Tode Maximilian’s II. (1476 resp. 1473 —1576)
besondere Unterstützung zugewendet.
Der Referent der historischen Commission hofft demnächst den
ersten Band dieser Sammlung, welche unter dem Titel: Monument»
Ilabsburgica in drei Serien veröffentlicht werden
soll, im Manuscripte vorlegen und die ergebenste Bitte an die
kaiserliche Akademie richten zu können, dieses neue akademische
Unternehmen , welches im Grunde eine eigene Abtheilung der
Fontes rerum Austriacarum bildet, unter ihre Druckschriften aufzunehmen
und demselben die nämliche gnädige Unterstützung zu
erbitten, welche ihre andern Publicationen gemessen.
Diese drei Serien sollen abwechselnd nach und nach veröffentlicht
werden. Der Mittelpunct der ersten Serie ist K. Maximilian
I., der der zweiten K. Karl V. und in der dritten Serie
werden die Verhältnisse des Hauses Habsburg unter Ferdinand I.,
Maximilian II., Philipp II. (von 1556—1576) beleuchtet. 1 ),
1 ) Die philosophisch - historische Classe hat gleich Anfangs ihrer Wirksamkeit
durch den von ihr aufgestellten Cyclus von fünf Preisfragen,
welche die Geschichte des deutschen Reiches vor und unter dem Stil'-tcr
des kaiserlichen Hauses der Habsburger, Rudolf I., fördern sollten,
die hohe Bedeutung beurkundet, welche sie auf eine allmälige Zustandebringung
der Geschichte des Hauses Habsburg legt, und wohl mit Fug
und Recht, weil dadurch ein halbes Jahrtausend unserer Vaterland
s geschichte, ja man darf sagen der W eltgeschichte aufgehellt wird.
Leider haben die Gesell i clits forsc her, welche die ersten vier Fragen
lösen sollten, bisher still geschwiegen. — Hätte die Akademie
nur einen Preis ausgesetzt, zum Beispiele nur die Geschichte K. Rudolfs
I. in populärer Darstellung verlangt, wir hätten ohne Zweifel mehrere,
vielleicht recht viele Darstellungen erhalten. Ob aber auch nur
eine aus diesen annäherungsweise befriedigt hätte, möchte ich bezweifeln,
die Wissenschaft wäre jedenfalls leer ausgegangen. Es ist
nun nicht anders, die Forschung ist die einzige Brücke, welche aus der