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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Professors  Lewezow  zu  Berlin  ,  7)  aus  gerichtlichen  Verhören
eines  damals  noch  lebenden  Mitverfertigers  unwiderleglich  bewiesen
sei,  dass  alle  sogenannten  prillwitzer  Idole  von  dem  ersten  Besitzer ­
  derselben,  dem  Goldschmiede  Sponholz  zu  Neu-Brandenburg,
  angefertigt  seien,  es  aus  andern,  jetzt  noch  nicht  veröffentlichten ­
  Zeugenberichten  hervorgehe,  dass  dieser  Alterthümler
Sponholz  mit  seinen  Gehilfen  diese  sogenannten  Götzenbilder  nur
gemacht  habe,  um  sich  in  seiner  Wohnstube  einen  Radegast-Tempel,
  in  welchem  er  einige  von  ihm  anderswo  gefundene  Figuren ­
  aufgestellt  gehabt  habe  ,  zu  seinem  Vergnügen  aufzuputzen,
also  seihst  an  die  Echtheit  dieser  Puppen  nicht  gedacht  habe
und  gedacht  haben  könne.  Der  Vortragende  schloss  seinen  Vortrag ­
  mit  der  Uebcrzeugung,  dass  die  sogenannten  prillwitzer  slawischen ­
  Idole  keineswegs  ein  Machwerk  des  Betruges,  sondern  —
nur  eine  Spielerei  seien  und  dass  alles  aus  diesen  Idolen  hervorgehende ­
  Missverständniss  nicht  den  Verfertigern,  sondern  müden ­
  Leichtgläubigen  zur  Last  falle,  welche  in  denselben  echte
Götzenbilder  erkannt  haben  wollten,  was  den  Verfertigern  nie  eingefallen ­
  sei.  Es  würde  nicht  allein  für  jeden  Slawen,  sondern  besonders ­
  für  jeden  Meklenburger,  dessen  erhabenes  Fürstenhaus
noch  direct  aus  der  slawischen  Zeit  stammt,  von  der  höchsten
Wichtigkeit  sein,  wenn  unter  unverdächtigen  Umständen  auch  nur
Ein  slawisches  Götzenbild  gefunden  würde;  jedoch  müsse  man,  der
Wahrheit  zur  Ehre,  die  Echtheit  der  angeblich  zu  Prillwitz  gefundenen ­
  Idole,  wenn  auch  mit  Schrnex-z,  aufgeben,  was  auch  im  nördlichen ­
  Deutschland  längst  allgemein  der  Fall  sei.  Wenigstens
werde  sich  nie  mit  Sichei-heit  darauf  bauen  lassen.
Der  Vortragende  schloss  mit  einem  eben  so  aufrichtigen  als
herzlichen  Wunsche,  dass  die  kais.  Akademie,  um  ähnlichen  Missvei-ständnisscn
  vorzubeugen,  es  sich  ernstlichst  angelegen  sein
lassen  möge  ,  sowohl  in  den  einzelnen  Kronländern,  als  auch  in
Wien  bei  einem  Central-Museum  die  Foi-schungen  auf  dem  Gebiete
der  vatex-ländischen  Alterthumskunde  und  die  Vervollständigung
der  Sammlung  nach  Kräften  zu  beföx-dern,  damit  Deutschland  die
heimische  Cuitur  längst  entschwundener  Zeit  gegen  Süden  und
Osten  hin  leichter  verfolgen  könne  ,  und  schloss  mit  einem  innigen
Danke  für  die  ihm  in  Wien  erwiesenen  grossen  und  verehrungswürdigen ­
  Freundlichkeiten.
            
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