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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Rockinger.

die  zweite,  himelischer,  schwarz,  gleichfalls  nur  mit  grossen
Buchstaben  geschrieben.  Das  übrige  dann  läuft  regelmässig  fort.
Auf  dem  sechsten  Blatte  des  neunten  Quaterns  in  der
Mitte  der  ersten  Seite,  unmittelbar  nach  dem  Landrechte,  beginnt ­
  das  Lehenrecht  in  der  Weise,  dass  der  leere  Raum  der
letzten  Zeile  des  Landrechtes  noch  für  die  rothe  Ueberschrift
,Hie  hebt  sich  an  daz  lehen  püch'  benützt  ist,  worauf  mit  der
blos  gezeichneten  aber  nicht  mehr  farbig  ausgeführten  Initiale
S  die  erste  Zeile  ,Swer  lehen'  mit  lauter  grossen  Buchstaben
folgt,  sodann  der  übrige  Text  regelmässig  fortläuft.  Mit  dem
ersten  Drittel  des  letzten  Blattes  der  zehnten  Lage  schliesst
das  Lehenrecht.
Dann  folgt  ungefähr  in  der  Mitte  der  Seite  roth:  Expliciunt
  Jura  Regis  Caruli  excepta  De  decreta  et  Decretali.
Ueber  die  früheren  Schicksale  dieser  Handschrift  lässt
sich  wenig  sagen.  Schreibübungen  einer  Hand  der  zweiten
Hälfte  oder  vielleicht  genauer  des  dritten  Viertels  des  14.  Jahrhunderts ­
  auf  dem  der  Innenseite  des  Vorderdeckels  aufgeklebten ­
  Pergamentblatte,  wie  auf  dem  der  Innenseite  des  Hinterdeckels ­
  aufgeklebten  Papierblatte,  deuten  auf  einen  Salzburger ­
  Bürger  Friedrich  den  Pueb.  Ein  solcher  begegnet  uns
auch  urkundlich  um  diese  Zeit,  beispielsweise  im  Jahre  1369.
Ob  vielleicht  weitere  Einzeichnungen  einer  Hand  wohl  der
zweiten  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  einmal  auf  gewisse  Spuren
führen?'  Es  findet  sich  nämlich  auf  der  letzten,  ursprünglich
‘  leeren  Seite  der  zehnten  Lage:  Jtem  ein  puech  von  vnser
frawn,  jtem  sand  Wilhalm,  jtem  den  hübschen  Wilhalm,  jtem
ein  puech  haist  der  Renner,  jtem  Johannes  Manttefilla,  jtem  ain
rechtpuech,  jtem  das  puech  von  sand'  Patriczen  loch,  jtem  das
puech  vom  Apolanius,  jtem  das  puech  von  künig  Erekchen,
jtem  ein  ewangely  puech,  jtem  ein  epistier  mit  einem  swarczen
samat,  jtem  ein  tewtsch  diernall,  jtem  von  sand  Oswald  ein
puech.  Und  ganz  unten  am  Rande  der  Seite  ist  von  derselben
Hand  noch  angeführt:  Jtem  die  hernach  geschriben  puecher
hat  her  Vlreich:  jtem  ein  puech  haist  der  dyernnall,  ein  epistier,
ein  puechel  von  vnser  frawen.  Was  schliesslich  noch  die
Frage  betrifft,  wie  und  wann  die  Handschrift  in  die  Bibliothek
des  gräflichen  Hauses  von  Oldenburg  gelangte,  fehlen  die  Anhaltspunkte ­
  für  die  Beantwortung.
            
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