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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Berichte  über  Handschriften  des  sog.  Schwabenspiegels.

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Rechtsbuche  noch  Erzeugnisse  der  oberbaierischen  Gesetzgebung ­
  des  Kaisers  Ludwig  des  Baiers.
I.
Ich  bandle  zunächst  von  der  äusseren  Erscheinung
der  drei  Handschriften,  wovon  die  Rede  sein  soll.
1.
Die  in  der  Bibliothek  des  erlauchten  gräflichen  Hauses
von  Ortenburg  zu  Tambach  befindliche  höchst  werthvolle
Pergamenthandschrift  in  Quart  gehört,  wie  die  Schnalser  zu
Innsbruck,  ja  vielleicht  noch  eher  als  diese,  wenn  nicht  mehr
dem  13.,  so  dem  Anfänge  des  14.  Jahrhunderts  an.  Es  findet
sich  nämlich  am  Schlüsse  des  ersten  Artikels  des  Lehenrechtes
bei  der  Erwähnung  der  siebenten  Welt  die  Zählung:  tausent
jar  zwai  hvndert  jar  fvmf  vnd  nevntzich  jar.  Widerspricht
auch  die  Schrift  dieser  Jahrzahl  in  keiner  Weise,  liegt  auch
die  Annahme  sehr  nahe,  dass  der  Schreiber  an  dieser  Stelle
gerade  die  Zahl  des  eben  laufenden  Jahres  einsetzte,  liegt
diese  Annahme  vielleicht  sogar  um  so  näher,  als  eine  andere
Handschrift,  wovon  alsbald  die  Rede  sein  wird,  an  der  betreffenden ­
  Stelle  auf  eine  Vorlage  vom  Jahre  1282  hinweist,
welche  Zahl  der  allem  Anscheine  nach  äusserst  gewandte
Schreiber  unserer  Handschrift  einfach  in  das  Jahr  seiner  Arbeit ­
  umsetzte,  also  in  das  Jahr  1295,  so  ist  doch  immerhin  die
Möglichkeit  nicht  ganz  und  gar  ausgeschlossen,  dass  diese
Jahrzahl  am  Ende  doch  auch  nur  auf  der  unmittelbaren  Vorlage ­
  beruht,  und  der  in  Frage  stehende  Codex  doch  erst  dem
Beginne  des  folgenden  Jahrhunderts  angehören  mag.
Er  besteht  aus  zehn  Lagen,  wovon  die  zweite  und  zehnte
Quinterne  sind,  die  übrigen  Quaterne,  und  ist  in  durchlaufenden ­
  Zeilen  geschrieben,  deren  29  auf  die  Seite  treffen.
Der  Titel  des  Werkes,  roth  geschrieben,  lautet:  Ditz  ist
daz  lantrecht  püch.  genomen  von  dem  decret.  vnd  von  dem
Decretal.  vnd  von  Chunich  Karels  recht,  vnd  von  gotes  Worten
genomen.
Die  erste  Zeile  des  Textes,  mit  der  grösseren  Initiale  H
beginnend,  Herre  got,  ist  roth  mit  lauter  grossen  Buchstaben;
            
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