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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Pfizmaier.

hinaus  und  entfernte  sich.  Einige  Jahrzehende  später  starb
das  Weib  hochbejahrt.  Da  hörte  Tsu  im  Nordwesten  das  Geräusch ­
  von  Wind  und  Regen.  In  diesem  Augenblicke  sah  er
eine  Schlange,  welche  mehrere  Zehende  von  Klaftern  lang  war.
Ihr  Bauch  mochte  zehn  Umfassungen  messen.  Sie  kam  bei  der
Thüre  herein  und  begab  sich  zu  dem  reingeistigen  Saale.  Sie
gelangte  dabei  zu  der  Stelle  des  Sarges,  umkreiste  diesen  mehrmals ­
  und  schlug  das  Haupt  gegen  den  Sarg.  Aus  ihren  beiden
Augen  quollen  blutige  Thränen  hervor.  Nach  längerer  Zeit
entfernte  sie  sich.
Dieselben  Verzeichnisse  des  Dunklen  und  Hellen:
Der  Angestellte  der  Provinz  Kuei-ki,  Jjj  Sie-tschung
aus  dem  Districte  Meu,  erhielt  Urlaub  und  kehrte  nach  Hause
zurück.  In  der  Nacht  war  die  Thüre  verschlossen,  und  er  hörte
auf  dem  Bette  seiner  Gattin  das  Schnarchen  eines  Mannes.
Er  rief  die  Gattin,  und  diese  kam  aus  dem  Bette  hervor.  Sie
hatte  noch  nicht  die  Thüre  geöffnet,  als  Tschang  ein  Messer
ergriff,  ihr  entgegenging  und  sie  fragte:  Wer  ist  der  Betrunkene? ­
  —  Die  Gattin  war  sehr  erschrocken.  Sie  erklärte  mit
Mühe,  dass  in  der  That  Niemand  da  sei.  Sie  meinte,  in  seinem
Hause  gebe  es  nur  Eine  Thüre.  Wenn  er  suche,  werde  durch-  t
aus  nichts  zu  sehen  sein.  Man  sah  eine  grosse  Schlange,  welche
sich  zu  den  Füssen  des  Bettes  versteckt  hatte  und  nach  Wein
roch.  Tschung  hieb  der  Schlange  sogleich  den  Kopf  ab,  zerschnitt ­
  sie  in  kleine  Stücke  und  warf  sie  in  den  rückwärtigen
Wassergraben.  Nach  einigen  Tagen  starb  das  Weib.  Wieder
nach  einigen  Tagen  starb  Tschung.  Am  dritten  Tage  nach
seinem  Tode  wurde  er  wieder  lebendig.  Er  erzählte:  Als  er
eben  gestorben  war,  habe  ihn  ein  göttlicher  Mensch  zu  einem
Sammelhause  der  Obrigkeiten  geführt.  Er  sah  die  Obrigkeiten,
welche  ihn  fragten,  warum  er  einen  Menschen  getödtet  habe.
Er  antwortete:  Ich  habe  in  Wirklichkeit  noch  keine  böse  That
verübt.  —  Man  sagte:  Was  in  kleine  Stücke  zerschnitten  und
in  den  rückwärtigen  Wassergraben  geworfen  ist,  was  für  ein
Gegenstand  ist  dieses  ?  —  Er  erwiederte:  Dieses  ist  eine  j
Schlange,  es  ist  kein  Mensch.  —  Der  Gebieter  des  Sammelhauses ­
  besann  sich  und  sprach:  Ich  habe  ihn  immer  zum  Gotte
verwendet,  und  er  wagt  es,  die  Gattinnen  der  Menschen  zu
verführen.  Zudem  klagt  er  unbegründeter  Weise  die  Menschen
            
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