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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Alcuinstudien.

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wörtlich  gemacht  werden. 1  Und  doch,  da  wir  autographe
Werke  Alcuins  nicht  mehr  anftreiben  können,  werden  wir  uns,
ohne  uns  über  den  möglichen  Abstand  zu  täuschen,  an  die  wohl
noch  eher  auf  uns  gekommenen  Urschriften  seiner  Notare,  als
unter  seinen  Augen  entstanden  und  seiner  eigenen  Schreibweise ­
  näher  stehend  denn  die  späteren  durch  allerlei  Einflüsse
hindurchgegangenen  Abschriften,  zu  halten  haben.  Nur  auf
diesem  Wege  werden  wir  uns  eine  annähernd  richtige  Vorstellung ­
  von  dem  Alcuin  zuzutrauenden  Grade  von  Correctheit  oder
Incorrectheit  bilden  können.  So  muss,  meine  ich,  das  Forschen ­
  nach  und  in  den  Handschriften  auch  darauf  gerichtet
sein,  wo  möglich  aus  Alcuins  eigener  Arbeitsstube  hervorgegangene ­
  Manuscripte  zu  entdecken.  Ausser  jenem  Codex  Coloniensis
  ist,  so  viel  ich  weiss,  noch  keinem  andern  die  gleiche
Eigenschaft  beigelegt  worden.  Deshalb  will  ich  auf  die  Handschrift ­
  von  Valenciennes  Nr.  74 2  mit  Ep.  137  und  158  verweisen, ­
  die  an  mehreren  Stellen  mit  dem  Monogramm  Kisela
versehen  das  dieser  Prinzessin  von  Alcuin  übersandte  Original
zu  sein  scheint.

1  Mag  es  auch  zum  Theil  Ausrede  sein,  so  ist  doch  bezeichnend  was  Alcuin, ­
  als  ihm  Unrichtigkeiten  in  einem  früheren  Schreiben  nachgewiesen
waren,  in  Ep.  100  sagt:  nisi  forte  notaria  manus  verba  syllabas  aut  literas
  immutasset,  qnod  saepe  evenire  solet  .  .  .  sicut  in  priore  cartula
nostra  de  saltus  diminutione  per  vestram  divitissimam  (?)  inquisitionem
factum  esse  cognovi.  Et  ita  error  scribentis  cpiodammodo  dictanti  deputabitur.
  —  Erinnert  man  sich,  welchen  Werth  Alcuin  auf  correctes  Abschreiben ­
  der  heiligen  Schriften  legte,  so  muss  auffallen,  wie  die  Biblia
Radonis  (Cod.  Vindob.  1190)  von  Fehlern  und  Auslassungen  wimmelt.
Kurz  die  Praxis  blieb  weiter  hinter  der  Theorie  zurück.
2  Nach  Mangeart,  Catal.  64,  in  dem  auch  noch  andere  bisher  nicht  benutzte ­
  Codices  von  S.  Amand  mit  einzelnen  Briefen  Alcuins  verzeich-
            
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