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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Alcuinstudien.

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bert  u.  A.  (Ep.  4)  an.  Dagegen  lässt,  sich  aus  Alcuins  Briefen
allerlei  aiiführen,  wonach  gerade  Candidus  als  ein  Mann  reiferen
Alters  und  als  an  Jahren  anderen,  wie  etwa  Fridug-isus,  voraus ­
  erscheint.  Ihm  allein  wurde  Arno’s  vertraulicher  Bericht  über
die  Zustände  in  Rom  mitgetheilt  (Ep.  127).  Er  erhielt,  lange  bevor ­
  Fridugisus  bei  Hofe  eingeführt  wurde,  vertrauliche  Aufträge ­
  an  König  Karl.  Als  Alcuin  im  J.  800  ablehnte  Karl  nach
Rom  zu  folgen,  ihn  aber  von  seinen  Jüngern  begleiten  Hess,
scheint  er  Wizo  an  deren  Spitze  gestellt  zu  haben  (Ep.  119,
161).  In  solchem  Sinne,  meine  ich,  hat  sich  auch  Wizo  selbst
seinen  jüngeren  Gefährten  gegenüber  als  senex  bezeichnen
können.  So  sehe  ich  auch  in  diesem  Worte  kein  Hinderniss,
den  Brief  Wizo  beizulegen  und  so  zu  deuten,  wie  ich  oben
vorgeschlagen  habe.
Ich  komme  auf  den  Codex  C  zurück.  Dass  er  einen
auf  die  Verhältnisse  '  im  Osten  bezüglichen  Brief  mit  enthält,
spricht  gleichfalls  für  seine  Herkunft  und  berechtigt  uns  ebenfalls ­
  ihn  der  Gruppe  der  Salzburger  Handschriften  mit  Alcuinbriefen
  zuzuzählen.

Codex  Vindobonensis  458  =  X.
Nach  Einband  u.  s.  w.  ehemals  in  Salzburg,  im  Katalog
von  1433  unter  Nr.  33  verzeichnet,  wird  X  von  Froben  sehr
oft  (besonders  1,  39  und  2,  418)  als  Cod.  Salisb.  LNV1I  angeführt. ­
  Ein  gewisser  Baldo 1  Hess  ihn  einst  von  mehreren
schreiben.  Um  welche  Zeit,  lässt  sich  nicht  mit  Sicherheit
sagen.  Denn  möchte  man  den  Haupttheil  von  X  der  Schrift
nach  in  den  Beginn  des  10.  Jahrhunderts  setzen,  so  zeigen  die
letzten  sich  unmittelbar  anschliessenden  Seiten  eine  entschieden
ältere  Hand,  die  zuletzt  auch  noch  ein  Wort  in  tironischen
Noten  wiederholt,  so  dass  man  darnach  den  ganzen  Codex  eher
dem  9.  Jahrhundert  zuschreiben  muss.  Unter  verschiedenen
Schriften,  die  mit  Ausnahme  der  ersten  theils  Alcuin  theils

1  S.  die  Verse  in  Mon.  Alcuin.  138.  —  Der  jüngste  Baldo  oder  Paldo,  der
im  Verbriiderungsbuch  von  S.  Peter  vorkommt,  ist  um  860  eingetragen.
            
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