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Sickel.
schriftkundigen Manne zu Gebote stehen mochten. Anders
steht es, wenn wir ausser dem Namen Blancidius noch andere
Anhaltspunkte dafür haben, dass das Schreiben früher verfasst
sein muss: dann passt die Vertrautheit mit den Alcuinbriefen
am füglichsten zu Wizo. Auf eine frühere Abfassungszeit
weist aber die ganze Situation hin. Erinnern wir uns, dass
Alcuin einen sehr lebhaften Antheil au der Bekehrung der
Slaven und Avaren nahm, fast einen grossem als Arno und
Paulinus, denen sie zunächst oblag. 1 Schreiber und Empfänger
obigen Briefes scheinen nun eben mit der Verkündigung des
Evangeliums beschäftigt zu sein und zwar unter Völkerschaften,
die besondere Behandlung erforderten; es klingt auch das an
die Gedanken an, die Alcuin in zahlreichen Briefen über die
Christianisirung im Osten entwickelt. Es ist also wohl denkbar,
dass auch Wizo im Salzburger Sprengel, der bis nach
Kärnten reichte, solche Aufgabe gestellt war und dass gleichzeitig
andere Alcuinschüler Paulinus zu gleicher Dienstleistung
zugesandt worden waren.
Auch Büdinger hatte anfänglich an Wizo als Schreiber
des Briefes gedacht. Aber er meinte, dass Wizo zur Zeit
seines Aufenthalts im Salzburger Sprengel noch jung gewesen .*
sei, sich also nicht wohl senex nennen und so seinen Freunden
als iuvenibus gegenüberstellerv könne. Zunächst wird man es
aber mit all den hier so gehäuften und stark aufgetragenen
Gegensätzen nicht so genau nehmen, sondern aus ihnen nur
herauslesen dürfen, dass dem Verfasser sein augenblicklicher
Aufenthalt nicht behagt und dass er seine Genossen um ihre
bessere Lage beneidet. So deute ich extorris indigenis suis:
er fühlt sich in der Fremde einsam (idiomate carens) und verwaist,
während die Freunde sieh da, wo sie sich mit ihrer
Umgebung noch verständlich zu machen vermögen, auch heimisch
fühlen können; so beziehe ich auch senex iuvenibus nur
auf einen gewissen Altersunterschied. Ich wüsste ferner nicht,
dass sich durch irgend eine Stelle belegen Hesse, dass Wizo
damals noch jung war. Dass Alcuin ihn seinen Sohn nennt, “
will nichts besagen, denn so redet er ja auch Riculf, Angil-1
Ep. 64, 67, 71 u. s. w. — Ich werde in der Folge näher auf die Geschichte
der Mission im Osten eingehen.