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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Alcninstudien.

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Heu  pro  dolor,  quod  de  mysterio  crucis  nonnulla  praelibare
  gestiens  —  sed  volatilis  episcopi  epistola  exire  conpulit.
Nunc  rogo  ut  diligenter  et  morose  relegatis,  quod  cita  occupatio
nec  correcta  1  perfectio  avulsit.  Noli  hinc  recedere  fili,  usque
dum  inchoatum  opus  peragas,  quia  valde  nunc  surgere  indigent,
qui  tarn  longo  tempore  addicti  et  prostrati  sub  infructuosa  vite
fuerunt.
Valete  vernantes,  florete  pollentes,  vigete  Iaetantes,  gaudete
  felices,  filii  mei  et  fratres  karissimi  et  desiderantissimi,
amen.
Der  Schreiber  dieses  Briefs  gibt  sich  selbst  mit  Blancidius,
  ich  meine  deutlich  genug,  als  Wizo  oder  Candidus  zu
erkennen. 2  Wie  er  sich  nach  seinem  augenblicklichen  Aufenthalte, ­
  wohl  in  Kärnten,  Noricus  nennt,  redet  er  seine  Landsleute ­
  als  Italici  an,  weil  auch  sie  gerade  im  obern  Italien  zwischen ­
  den  Abhängen  der  Alpen  und  dem  Meere,  d.  i.  in  dem
Sprengel  des  Paulinus  weilen. ;i  Von  ihm  erfahren  wir  ausdrücklich, ­
  dass  er  sich  zu  Ausgang  des  J.  798  nach  Salzburg
begeben  und  dass  er  wieder  im  J.  802  zu  Arno  reisen  sollte. 1
In  Salzburg  hat  man  ja  Wizo  auch  ein  gutes  Andenken  bewahrt ­
  (S.  507  N.  2).  Dazu  kommt,  dass  dieser  Brief  durch
Inhalt  und  Wortlaut  einen  Alcuin  sehr  nahe  stehenden  Schreiber ­
  verräth.  Mit  der  Verwahrung  des  Verfassers  gegen  die
Bezeichnung  compilator  verbindet  sich  doch  gleich  das  Bekenntniss
  ein  solcher  zu  sein.  Bisher  war  nur  beachtet  worden,
dass  er  im  Eingang  die  Schriften  des  Hieronymus  plündert.
Nun  habe  ich  zuvor  in  den  Anmerkungen  nachgewiesen,  dass
er  in  noch  höherem  Grade  Alcuin  abschreibt.  Allerdings  gehören ­
  die  beiden  betreffenden  Alcuinbriefe  zu  den  sehr  verbreiteten, ­
  so  dass  sie  einige  Zeit  nach  Alcuins  Tode  jedem

1  C.  incorrecta.
2  Auch  in  der  Handschrift  steht  am  Rande  Candidus,  wie  mir  scheint  von
einer  Hand  des  15.  oder  16.  Jahrhunderts.
3  Vgl.  Ausonia  in  den  Ep.  94  und  185  an  Paulinus  und  in  den  Versen  an
denselben  bei  Froben  :2,  *231.
4  Ep.  107  und  189.  —  Ich  führe  andere  Briefe  Alcuins  an  Arno,  nach
denen  Wizo  sich  bei  letzterem  befindet,  deshalb  nicht  an,  weil  es  bei
ihnen  unentschieden  bleibt,  ob  sich  Arno  zur  Zeit  des  Empfangs  derselben
in  seinem  Sprengel  oder  in  Francien  aufgehalten  hat.
            
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