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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Alcuinstudien.

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Bei  der  Art  wie  wir  uns  die  Veröffentlichung-  der  S-Briefe
vorzustellen  haben,  können  nun  auch  die  Textdifferenzen  zwischen ­
  T  und  6K  nicht  Wunder  nehmen. 1  Ich  constatirte
zuvor  dass  die  Stücke  der  Collection  ■;  in  KG  sehr  gekürzt
sind.  Hie  und  da  ist  das  auch  bei  Briefen  der  Gruppe  a  der
Fall. 2  In  ähnlicher,  wenn  auch  nicht  so  entschiedener  Weise
sind  die  S-Briefe  in  KG  behandelt:  es  sind  z.  B.  die  Texte
der  Ep.  36  und  90  in  KG  unvollständiger  als  in  T. 3  Ferner
ersetzen  die  Schreiber  von  KG  zuweilen  (Ep.  15,  19,  212  u.  a.
aus  der  Gruppe  o)  die  Namen  der  Adressaten  durch  ille.  T
verdient  also  auch  für  die  Briefe  der  Collection  o  im  Allgemeinen ­
  den  Vorzug  vor  KG.

1  Ich  berücksichtige  liier  nur  solche  Stellen,  die  in  K  und  G  gleich  lauten,
also  schon  auf  deren  gemeinsame  Vorlage  zurückzuführen  sind.
2  Z.  B.  Ep.  27,  bei  der  allerdings  auch  das  umgekehrte  Verhäitniss  eintritt,
  dass  die  in  KG  aufgenommenen  Worte  scelera-penetralia  (Mon.  Ale.
199  Note  d)  in  T  ausgefallen  sind,  offenbar  durch  Versehen  des  Copisten,
dessen  Auge  von  dem  ersten  propter  zu  dem  zweiten  propter  übersprang,
Versehen  die  auch  sonst  Vorkommen  und  leicht,  von  den  absichtlichen
Auslassungen  zu  unterscheiden  sind.
3  Ich  will  hier  noch  einer  andern  Ep.  93  betreffenden  Differenz  gedenken.
Nach  Jaffe  (Mon.  Ale.  389  Note  p  und  391  Note  b)  ist  in  K  erst  ein
längerer  Passus  ausgefallen  und  folgt  dann  der  Schluss  des  Briefes  unter
neuer  Aufschrift.  In  G  findet  dieselbe  Auslassung  statt,  so  dass  auf  die
Verszeilen  auf  neuer  Seite  61  gleich  De  observacione  etc.  folgt,  hier
zwar  ohne  Aufschrift,  aber  durch  die  Initiale  D  als  Anfang  eines  neuen
Briefes  bezeichnet.  Eine  Vergleichung  mit  T  ist  da  allerdings  nicht
möglich,  da  in  diesem  Codex  die  betreffende  Lage  ausgefallen  ist.  Aber
N  verbindet  beide  Theile  zu  einem  Briefe,  lässt  also  den  Text  in  KG
verkürzt  erscheinen.  Desgleichen  nach  Jaffe  der  Codex  Q  und  endlich
der  von  ihm  nicht  verglichene  Codex  Y,  welcher  Ep.  93  bis  concedat
(Mon.  Ale.  392)  ohne  allen  Absatz  enthält.  —  Ich  gehe  hier  überall  von
der  Voraussetzung  aus,  dass  der  vollständigere  Text  dem  ursprünglichen
näher  stehe.  Dieselbe  ist  allerdings  nicht  in  allen  Fällen  statthaft.  Ich
werde  in  der  nächsten  Abhandlung  bei  der  Betrachtung  von  Handschriften. ­
  die  aus  uns  noch  vorliegenden  abgeleitet  sind,  Beispiele  dafür
beizubringen  haben,  dass  die  Copisten  sich  unter  Umständen  auch  Zusätze ­
  erlaubt  haben.  Solche  Fälle  sind  aber  leicht  erkennbar,  während
da  wo  sich  T  und  K  G  durch  ein  Plus  oder  Minus  von  Worten  unterscheiden, ­
  aus  der  Construction  oder  dem  Gedankengang  zu  entnehmen
ist,  dass  in  K  G  eine  Kürzung  und  nicht  etwa  umgekehrt  in  T  eine  Erweiterung ­
  beliebt  worden  ist.
Sitzungsber.  d.  phil.-liist.  CI.  LXXIX.  Bd.  III.  Hft.  34
            
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