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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Alcuinstudien.

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Hand,  die  f.  19  ein  Inhalts  verzeichn  iss  vorausschickt,  dann
f.  20  —  133  fünfzehn  Briefe  und  einige  Alcuinische  Streitschriften
einträgt;  sie  gehört  der  Zeit  um  900  an. 1  Aus  den  weitern
Theilen  von  andern  Schreibern  will  ich  nur  die  Epistola  Fredigysi
  hervorheben.  Schon  der  Entstehungszeit  nach  müssen
wir  den  Codex  als  einen  abgeleiteten  betrachten  und  insbesondere ­
  den  Theil  mit  den  Briefen.  Aber  so  mannigfaltig  der
Inhalt  ist,  so  bestehen  doch  zwischen  den  einzelnen  Stücken
allerlei  Beziehungen,  so  dass  wahrscheinlich  P  Copie  einer
Handschrift  gleichen  Inhalts  ist.  Dieser  weist  auf  einen  theologisch ­
  gebildeten  Hofgenossen  hin.  Das  gilt  auch  von  dem
Theil,  der  uns  hier  am  meisten  beschäftigen  muss.  Zuerst
finden  wir  da  als  P  1  u.  2  die  Ep.  115,  140,  dann  die  in
letzterem  Brief  erwähnten  libelli,  ferner  die  Ep.  141,  240,  243,
118.  Indem  zwischen  f.  116  und  117  Blätter  ausgefallen  sind,
erhalten  wir  von  der  nächstfolgenden  Ep.  154  nur  den  Schluss.
Von  P  8—14  auf  f.  117'—131'  ist  besonders  zu  reden.  Der
letzte  Brief  f.  131'—133  ist  von  Gisla  und  Rodtruda.  an  Alcuin
geschrieben  (Ep.  137).  —  P  8  —  11  sind  nämlich  Ep.  119,  111,
112,  254,  also  =  T  13-16;  P  12—14  sind  Ep.  110,  114,
118  =  T  10—12.  Obgleich  hier  eine  Verschiebung  stattgefunden,
  constatiren  wir  somit,  dass  in  P  die  Briefe  T  10—16
aus  fT  übergegangen  sind. 2
Drittens  haben  wir  mit  T  die  Handschriften  KG  zu  vergleichen. ­
  Letztere  kennen  nur  die  fünfzehn  ersten  Briefe  von
T'  und  lassen  auch  da  noch  aus  T  2,  5,  7,  8,  12  =  Ep.  96,
103,  67,  99,  118,  also  drei  Briefe  astronomisch-computistischen
Inhalts,  einen  welcher  die  Unterwerfung  und  Behandlung  der
Avaren  betrifft  und  jene  ganz  vertrauliche  Ep.  118.  Für  die
Nichtaufnahme  dieser  fünf  Briefe  können  zwei  Momente  massgebend ­
  gewesen  sein  :  die  Geheimhaltung  des  einen  und  der  nicht
Jedermann  interessirende  Inhalt  der  andern.  Wichtiger  ist  der

1  Besonders  um  der  Gestalt  der  vielfach  angewandten  Uneialbuehstaben
willen  kann  ich  diese  Schrift  nicht  für  älter  halten.
2  Auch  in  P  fehlen  den  Ep.  110  u.  114  die  Adressen.  —  Das  Distichon,
das  Jafte  an  den  Kopf  von  Ep.  110  gesetzt  hat,  erscheint  in  P  als  noch
zur  vorausgegangenen  Ep.  254  gehörig.  Es  scheint  da  auch  besser  am
Platze;  aber  ich  wüsste  nicht  zu  erklären,  wie  es  in  T  mit  anderer
Reihenfolge  gerade  zu  Ep.  110  gekommen  sein  sollte.
            
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