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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Sick  el.

sächsischer  Schrift  aus  dem  11.  Jahrhundert  in  Betracht. 1  Er
enthält  f.  131'—208'  neunzehn  Alcuinbriefe.  Einerseits  scheinen ­
  aber  Blätter  ausgefallen  zu  sein,  andererseits  sind  f.  201  bis
207  Stücke  andern  Inhalts  eingeschoben.  Vom  ersten  hier
copirten  Brief  Ep.  103  fehlt  der  Eingang,  vom  vorletzten  Ep.
124  der  Schluss.  Da  nun  die  jetzt  auf  f.  131—200'  vorhandenen ­
  Briefe  L  1—18  genau  T  5—22  entsprechen,  so  ist  es
wahrscheinlich  dass  L  einst  die  vollständige  Collection  T’  enthalten ­
  hat.  Es  folgt  dann  als  L  19  f.  207—208'  noch  die
Ep.  245  an  den  Prinzen  Karl,  die  sonst  nur  noch  in  H  begegnet. ­
  Vergleichen  wir  nun  die  Texte  von  L  und  von  T,  so
wird  klar  dass  L  nicht  aus  T  schöpft,  sondern  auf  eine  mit
T  gemeinsame  Quelle  fT  zurückzuführen  ist.  Den  schlagendsten ­
  Beleg  liefern  die  Ep.  110  und  114,  die  in  L  mit  der
allen  andern  Manuscripten  fehlenden  Inscription  auftreten.
Aber  der  Schreiber  von  L  lässt  gleichfalls  Worte  aus,  die
nach  T  zu  urtheilen  in  fT  gestanden  haben,  z.  B.  in  Ep.  114
S.  465  Note  ff.
Vom  Codex  Paris.  5577  =  P,  der  sich  hier  ebenfalls
mit  T  berührt,  habe  ich  erst  die  Beschreibung  nachzuholen.' 2
Der  Einband  zeigt  Wappen  und  Monogramm  von  Jean  Baptiste
  Colbert, 3  in  dessen  Bibliothek  P  nach  einer  f.  18  von
Baluze  eingetragenen  Notiz  1676  kam,  offenbar  durch  Colberts
Bruder  Nicolas,  der  seit  1661  Bischof  von  Lupon  war.  Denn
liier  befand  sich  seit  vielen  Jahrhunderten  die  Handschrift  laut
der  auf  f.  3  (erstes  Blatt  des  alten  Codex)  eingetragenen  Bemerkung: ­
  hic  über  est  beatae  Mariae  Lucionensis.  —  F.  3  bis
18  sind,  wie  mir.  scheint,  von  einem  Schreiber  um  900,  der
Urkunden  zu  schreiben  gewohnt  war. 4  Es  folgt  eine  zweite
>  Mon.  Ale.  135.  —  Mir  stehen  einige  weitere  Angaben  über  den  Codex
zu  Gebote,  aber  sie  genügen  mir  nicht;  es  bedarf  noch  eingehender
Untersuchung  der  Handschrift.
2  Mon.  Alcuin.  135.  —  Catalogus  bibl.  regiae  4,  134,  wo  die  Handschrift
(olim  Colbert.  4167)  in  das  10.  Jahrhundert  gesetzt  wird.
3  Vgl.  Delisle,  Cabinet  1,  446.
4  Hier  steht  unter  andern  das  Capitul.  pro  pago  Cenomannico  (Mon.  G.  li.
LL.  1,  82),  dann  die  Verse,  die  Baluze,  Miseell.  4,  550,  und  nach  ihm
Froben  2,  456  veröffentlicht  haben.  In  der  Verszeile:  Et  princeps  Karolus ­
  ist  dieser  Name  als  Monogramm,  jedoch  ohne  Vollziehungsstrieh
geschrieben.
            
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