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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Sickel.

sich  entnehmen,  dass  der  Schreiber  nicht  etwa  zugleich  Sammler
ist,  sondern  eine  fertige  Sammlung  copirt.  Diese  Vorlage  für
G  ist  jedoch  nicht  erhalten  oder  ist  wenigstens  noch  nicht  bekannt ­
  geworden.  Dagegen  besitzen  wir  eine  G  sehr  nahe'  verwandte ­
  Handschrift  in  dem  aus  Sithiu  stammenden  K  und
beider  gemeinsame  Quelle  mag  sich  ebenfalls  in  Westfrancien
befunden  haben,  mit  dessen  Klöstern  auch  S.  Gallen  im  9.  Jahrhundert ­
  in  Bücheraustausch  stand.  1
Beide  Handschriften  bieten  uns  durchweg  dieselben  Episteln ­
  und  auch  in  gleicher  Ordnung;  2  nur  hndet  sich  Ep.  47
zweimal  in  G  eingetragen.  Noch  mehr  zeugt  für  die  Verwandtschaft ­
  dass  in  K  und  G  viele  Briefe  gleich  verkürzt  erscheinen ­
  ,  wie  bereits  in  der  neuen  Ausgabe  hervorgehoben
worden  ist. :i  Die  Differenzen  zwischen  beiden  MSS.  sind  weder
zahlreich  noch  bedeutend  1  und  laufen  meist  darauf  hinaus,
dass  bald  dieser  bald  jener  Codex  ein  oder  mehrere  Worte
auslässt; 5  es  kann  also  nicht  der  eine  direct  aus  dem  andern
abgeleitet  werden,  sondern  beide  sind,  wie  ich  schon  sagte,  auf
eine  gemeinsame  Vorlage  zurückzuführen,  die  ich  fortan  fKG
nennen  will.

Codex  musei  Britannici  Tiberius  A  15  =  A.
Der  ganze  Codex  ist  mit  Ausnahme  eines  Index  von  der
Hand  eines  Angelsachsen  geschrieben,  wie  ich  nach  einem
1  Vgl.  die  von  Scherrer  144  mitgetheilten  Notizen  des  eod.  S.  Gail.  446.
2  Canisius  hat  aus  Versehen  die  Ueberschrift  von  Ep.  216  in  G  (Ad  bontificera
  Ricbodum  Treverensis  civitatis  conomento)  als  Ep.  17  gezählt
und  dann  den  Text  als  Ep.  18  folgen  lassen.  Indem  ich  diesen  Fehler
vermeide  und  das  nächste  Stück  des  MS.  (Ep.  215)  als  G  18  bezeichne,
bleibt  von  da  an  meine  Zählung  um  1  hinter  der  von  Canisius  beliebten
und  aus  Mon.  Alcuin.  140  ersichtlichen  zurück.  —  Ich  bemerke  gleich
hier,  dass  Foltz  die  Jaffc’sclie  Collation  von  K  als  genau  bezeichnet.
Aber  offenbar  hat  Jaffc  nicht  alle  Briefe  dieses  Codex  verglichen,  so
nicht  Ep.  23,  27,  212,  286,  so  dass  auch  ich  nicht  in  allen  Punkten  das
Verhältniss  zwischen  K  und  G  teststellen  kann.
3  Vgl.  Ep.  36,  83  90,  93,  100  u.  s.  w.
4  Die  stärkste,  dabei  sehr  erklärliche  Abweichung  findet  sich  im  Eingang
von  Ep.  129;  s.  Mon.  Ale.  515.
5  Da  es  genügt  nachzuweisen,  dass  der  jüngere  G  nicht  direct  nach  dem
älteren  K  geschrieben  ist,  beschränke  ich  mich  anzuführen,  dass  in  G
            
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