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Sickel.
sich entnehmen, dass der Schreiber nicht etwa zugleich Sammler
ist, sondern eine fertige Sammlung copirt. Diese Vorlage für
G ist jedoch nicht erhalten oder ist wenigstens noch nicht bekannt
geworden. Dagegen besitzen wir eine G sehr nahe' verwandte
Handschrift in dem aus Sithiu stammenden K und
beider gemeinsame Quelle mag sich ebenfalls in Westfrancien
befunden haben, mit dessen Klöstern auch S. Gallen im 9. Jahrhundert
in Bücheraustausch stand. 1
Beide Handschriften bieten uns durchweg dieselben Episteln
und auch in gleicher Ordnung; 2 nur hndet sich Ep. 47
zweimal in G eingetragen. Noch mehr zeugt für die Verwandtschaft
dass in K und G viele Briefe gleich verkürzt erscheinen
, wie bereits in der neuen Ausgabe hervorgehoben
worden ist. :i Die Differenzen zwischen beiden MSS. sind weder
zahlreich noch bedeutend 1 und laufen meist darauf hinaus,
dass bald dieser bald jener Codex ein oder mehrere Worte
auslässt; 5 es kann also nicht der eine direct aus dem andern
abgeleitet werden, sondern beide sind, wie ich schon sagte, auf
eine gemeinsame Vorlage zurückzuführen, die ich fortan fKG
nennen will.
Codex musei Britannici Tiberius A 15 = A.
Der ganze Codex ist mit Ausnahme eines Index von der
Hand eines Angelsachsen geschrieben, wie ich nach einem
1 Vgl. die von Scherrer 144 mitgetheilten Notizen des eod. S. Gail. 446.
2 Canisius hat aus Versehen die Ueberschrift von Ep. 216 in G (Ad bontificera
Ricbodum Treverensis civitatis conomento) als Ep. 17 gezählt
und dann den Text als Ep. 18 folgen lassen. Indem ich diesen Fehler
vermeide und das nächste Stück des MS. (Ep. 215) als G 18 bezeichne,
bleibt von da an meine Zählung um 1 hinter der von Canisius beliebten
und aus Mon. Alcuin. 140 ersichtlichen zurück. — Ich bemerke gleich
hier, dass Foltz die Jaffc’sclie Collation von K als genau bezeichnet.
Aber offenbar hat Jaffc nicht alle Briefe dieses Codex verglichen, so
nicht Ep. 23, 27, 212, 286, so dass auch ich nicht in allen Punkten das
Verhältniss zwischen K und G teststellen kann.
3 Vgl. Ep. 36, 83 90, 93, 100 u. s. w.
4 Die stärkste, dabei sehr erklärliche Abweichung findet sich im Eingang
von Ep. 129; s. Mon. Ale. 515.
5 Da es genügt nachzuweisen, dass der jüngere G nicht direct nach dem
älteren K geschrieben ist, beschränke ich mich anzuführen, dass in G