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Sickel.
unterscheiden sich die zwei Copien der Ep. 47 in Gr p. 176 bis
179 und 229—230 wohl dadurch, dass in der zweiten weniger
Worte und Buchstaben ausgelassen sind, aber sie weisen beide
die gleichen orthographischen Fehler auf. 1
Ich füge gleich ein Wort über die tironischen Noten in
G hinzu. Nach einer Bemerkung von Pertz (Archiv 5, 509)
erwartet man deren viele. Aber das Vorkommen derselben beschränkt
sich auf drei Stellen. P. 38 (Ep. 78) ist zu dem in
der Zeile ausgeschriebenen Explanat die gleichbedeutende Note
an den Rand gesetzt. 2 P. 93 findet sich ein tironisches.amen.
Endlich steht p. 423 in der Zeile eine jedenfalls nicht correcte
Note, die entschieden mit ua beginnt; also hat wohl, da hier
ein Wort ausgefallen ist, der Schreiber die Lücke mit vacat
oder vacuum andeuten wollen.
Ehe wir aus der Schreibweise Folgerungen ziehen, wird
es gut sein die Geschichte der Handschrift zu verfolgen. 3 Bekanntlich
liegt sie der Canisius’selien Ausgabe von 1601 zu
Grunde, wie auch Baluze auf p. 1 des MS. bemerkt hat: Codex
vetus epistolarum Alcuini, quo usus est Henrieus Canisius,
optimus. Steph. Baluzius. 4 Anderthalb Jahrhunderte früher
finden wir G im Katalog der Stiftsbibliothek vom J. 1461 verzeichnet
als G 14. Alcwuini ad Edilhardum ai’chiepiscopum 5
Gehen wir noch weiter zurück, so lässt es sich freilich nur
als Vermuthung aussprechen, dass unser Codex mit inbegriffen
1 Beiden Abschriften ist auch ventibus statt ventis gemein. Dagegen war
in der ersten celo caritatis geschrieben, dann verändert in gelo, bis am
Rande vielleicht nach der zweiten Copie das richtige uelo caritatis nachgetragen
wurde.
2 Möglicher Weise jedoch soll es eine Emendation sein: exclamat, wie andere
MSS. hier lesen. Beide Noten stehen sich sehr nahe und die Note
in G hält die Mitte zwischen beiden Formen.
3 Weidmann, Geschichte der Stifts-Bibliothek von St. Gallen 1841. —
Scherrer, Verzeichniss der Handschriften der Stifts-Bibliothek von St.
Gallen. Halle 1875.
4 Vgl. dessen autographe Unterschriften in Musee des archives nat. 543
und 555.
5 Weidmann 416 aus dem Cod. 1399, also nach der Ueberschrift der ersten
in G eingetragenen Epistel. — Gleiche Bezeichnung von Briefsammlungen
Alcuins nach der voranstehenden Epistel kommt auch sonst in
mittelalterlichen Bücherverzeichnissen vor.