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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Alcuinstudien.

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die  in  H  gesammelten  Briefe  auf  die  Kreise  Adalhards  von
Corbie  hinweisen.
Freilich  passt  nicht  eine  Angabe  der  drei  Cataloge  der
Stiftsbibliothek  aus  dem  11.  12.  und  13.  Jahrhundert,  die  auf
uns  gekommen  sind  *,  auf  unsere  Handschrift.  Ja  ich  erhielt
dann,  indem  mir  nicht  genügte,  was  über  Ii  in  Frohen  1,  22
und  in  den  Mon.  Alcuin.  133 2  gesagt  wird,  von  Mr.  E.  M.
Thompson  Mittheilungen,  nach  denen  der  Codex  schon  im
10.  Jahrhundert  als  in  England  befindlich  erscheint.  Nach  dem
Wappen  auf  dem  jetzigen  Einbande  gehörte  H  im  17.  Jahrhundert ­
  Sir  Symonds  Dewes.  Früher  war  H  wohl  in  York,
da  auf  der  letzten  Seite  um  1400  Ebor.  vermerkt  ist.  Endlich
ist  von  einer  Hand  des  10.  Jahrhunderts  auf  f.  87'  ein  Alphabet ­
  mit  angelsächsischen  Buchstaben  eingetragen  und  auf
der  nächsten  Seite  die  Worte:  liwät  ic  call  feala  ealde  säge. 3
Dennoch  verträgt  sich  damit  meine  Annahme.  Die  Briefsammlung ­
  in  H  kann  nämlich  frühestens  814  zum  Abschluss
gekommen  sein,  da  sich  am  Ende  derselben  unter  andern  Episteln ­
  Dungais  eine  erst  nach  dem  Tode  Karl  des  Grossen  an
Theodrada  geschriebene 4  befindet.  Soll  also  Adalhard  auf  die
Sammlung  Einfluss  genommen  haben,  so  kann  das  nur  zu  der
Zeit  geschehen  sein,  da  er  fern  von  seinem  Kloster  in  der
Verbannung  lebte. 5  Von  seinen  damaligen  literarischen  Beschäftigungen ­
  legt  eine  Abschrift  der  Historia  tripartita  Zeugniss
  ab. 0  Dieser  Codex  ist  dann  allerdings  nach  Corbie  gebracht ­
  worden,  wo  er  in  den  drei  Katalogen  verzeichnet  wurde
und  wo  ihn  noch  Mabillon  sah.  Aber  die  Lebensumstände
Adalhards  würden  es  wohl  erklären,  dass  andere  Manuscripte,
die  er  sich  damals  von  Corbieer  Brüdern  schreiben  Hess,  nie-1

  Delisle,  Cabinet  2,  427.
2  Offenbar  Druckfehler  ist  liier:  saec.  XI.  In  Jaffas  Aufzeichnungen  stellt
richtig  saec.  IX,  und  so  wird  das  Alter  auch  schon  in  Manuseripts  in
the  Harleian,  collection  1,  64  bestimmt.
3  Mein  College  Zupitza  übersetzt:  Fürwahr,  ich  sehr  viel  alte.  Sage,  wozu
er  als  Prädicat  ergänzt:  gehyrde  (hörte)  oder  gefrägn  (erfuhr).  Er  glaubt
darin  den  Anfang  eines  nicht  mehr  erhaltenen  Gedichtes  zu  erkennen.
4  Mon.  Carol.  429  Nr.  46.
5  Simson  Jahrbücher  des  fränkischen  Reichs  unter  Ludwig  d.  Fr.  21.
0  Wattenbach  G.  Quellen  1,  189.
            
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