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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Si  cke  1.

pfangen  hatte.  Der  rege  Verkehr  zwischen  dem  Osten  und
AVesten  hatte  eben  bald  nachgelassen  und,  soweit  er  noch  fortbestand,
  scheint  Salzburg  mehr  empfangen  als  ausgetheilt  zu
haben.
Hier  ist  jedoch  noch  zu  erwähnen,  dass  uns  auch  Briefe
Alcuins  an  Arno  bekannt  sind,  die  in  den  bisher  genannten
Salzburger  Codices  nicht  Vorkommen.  Nehme  ich  nun  auch
an,  dass  die  Eintragung  einer  Epistel  an  Arno  in  eine  dortige
Handschrift  uns  deren  Echtheit  verbürgt,  so  glaube  ich  doch
nicht  umgekehrt  einen  Brief  an  Arno  beanstanden  zu  dürfen,
weil  er  nicht  in  Salzburger  Denkmälern  nachweisbar  ist.  Es
lassen  sich  eben  zur  Erklärung  der  ausschliesslichen  Ueberlieferung
  an  andern  Orten  allerlei  Umstände  anführen.  AVenn
z.  B.  Ep.  163  und  168  (nur  aus  H  bekannt)  in  den  Salzburger
Codices  fehlen,  so  ist  es  denkbar  dass  sie  zu  den  vier  Schreiben ­
  gehören,  von  denen  Alcuin  in  Ep.  189  sagt:  nescio  quae
ex  illis  ad  vestram  pervenerunt  praesentiam.  Es  kann  auch
füglich  bei  den  Episteln,  welche  Arno  auf  seinen  Reisen  zugestellt ­
  wurden,  geschehen  sein,-dass  sie  nie  nach  Salzburg
kamen,  dagegen  an  andern  Orten,  wo  gleichfalls  Alcuinbriefe
gesammelt  wurden,  in  die  Handschriften  geriethen.  Andererseits ­
  können  Briefe  wie  die  Ep.  209  und  233  um  ihres  rein
lehrhaften  Inhalts  willen  aus  der  Sammlung  in  Z  ausgeschlossen
worden  sein. 1  Endlich  lässt  sich  an  einem  bestimmten  Falle
darthun,  dass  jener  a,  den  wir  als  den  Veranstalter  der  grossen ­
  Sammlung  in  Z  kennen  gelernt  haben,  keineswegs  alles  [in
Salzburg  vorhandene  Material  aufgenommen  hat,  sei  es  weil
es  seiner  Aufmerksamkeit  entging  oder  aus  einem  andern
Grunde.
Ich  komme  hier  auf  das  ohnehin  noch  festzustellende
Verhältniss  von  Z  zu  Y.  Letzterer  Codex,  sahen  wir,  ist  zu
Ausgang  des  J.  798  oder  im  J.  799  geschrieben,  Z  dagegen
etwa  802  bis  804.  Hat  nun  Z  aus  Y  geschöpft  oder  nicht?
Dass  Y  Copisten  als  Vorlage  gedient  hat,  ist  unverkennbar:
f.  199  steht  am  Rande  neben  den  versus  ad  Candidum  ein
1  Ep.  233  stellt  übrigens  in  einem  andern  Salzburger  Codex,  in  X.  —
Ausser  den  oben  genannten  Schreiben  an  Arno  sind  es  nur  noch  Ep.
108  und  147,  die  in  Y  und  in  Z  fehlen.
            
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