Alcuinstudien.
493
Alcuin mit Arno handelt, das Verhältniss von Z zu andern
Handschriften feststellen. Dabei sehe ich hier, wo wir die
Briefe bis zu ihrer Aufnahme in Z verfolgen wollen, natürlich
von den, wie ich zeigen werde, aus Z schöpfenden Handschriften
R, B, D ganz ab.
Die Z-Briefe theilen sich je nach Adressaten und nach
der Provenienz in zwei Hauptgruppen. Z" bietet uns ^höchstens
ein oder zwei Stücke ausgenommen) nur nach Salzburg
auf Umwegen gekommene Briefe dar. Zu dieser Gruppe können
wir aber auch die Nachträge in Z' rechnen. Kehren doch vier
der hier von a eingeschalteten Episteln nochmals in Z" wieder,
und wenn das mit Ep. 132 (filiae regis) nicht der Fall ist, , so
begegnet uns dieses Stück doch in einem der grossen Sammelcodices
anderer Herkunft. Nach Ausscheidung dieser fünf
Episteln bleiben uns in Z' und in Z'" nur an Arno gerichtete
Schreiben.
Wenn schon das genügen würde Z, auch abgesehen von
seiner äussern Geschichte, als eine in Arns Umgebung entstandene
Sammlung zu bezeichnen, so kommt noch das andere
Moment bestätigend hinzu, dass diese Collection in ihrem ganzen
Umfange nur in diesem einen Codex vorliegt. Einen Theil
der Briefe hat allerdings Z mit Y gemein, aber Y entstammt
ja demselben Kreise. Sonst sind nur vier Briefe aus Z' (kein
einziger aus Z'") in noch andern MSS. nachgewiesen, nämlich
die Ep. 18, 109, 125, 194, alle durchaus unverfänglichen Inhalts
und daher auch zu weiterer Verbreitung geeignet. Ep.
18 wurde von Alcuin schon in seiner britischen Heimath
verfasst und da mag das Concept in die dortigen Collectionen
V und A gekommen sein. Ebenso mögen von Elnon aus, wo
Ep. 109, und von Tours aus, wo die Ep. 125 und 194 geschrieben
sind, Exemplare verbreitet und so Ep. 109 in alle
Handschriftengruppen, die beiden andern in den einst Adalhard
gehörigen Codex H übergegangen sein. In der Hauptsache
steht es doch so, dass Arno die an ihn gerichteten Briefe
Alcuins geheim gehalten, aber doch so hoch geschätzt hat,
dass er sie sammeln und in Abschriften für die Salzburger
Bibliothek aufbewahren Hess. Bezeichnend genug ist dabei,
dass auch nach dem Tode beider Freunde Salzburg seine
Schätze nicht mittheilte, wie es solche aus dem Westen em-