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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Sickel.

briefe  betheiligt.  Es  liegt  die  Annahme  nahe,  dass  der  Tod
Alcuins  Anlass  gegeben  hat  die  Sammlung  abzuschliessen.
Dass  es  nicht  viel  später  geschehen  sein  kann,  lehrt  das  Alter
der  Handschriften,  welche,  wie  wir  sehen  werden,  direct  oder
indirect  aus  Z  geschöpft  haben. 1  In  diesem  Zusammenhänge
will  ich  auch  noch  ausführlicher  von  der  Schrift  von  a  und
seinen  Genossen  reden.  Ueberblickt  man  die  nachweislich
unter  Arno  in  Salzburg  entstandenen  Handschriften,  2  so  erkennt ­
  man  leicht  die  Eigenthümlichkeiten  der  damaligen  Salzburger ­
  Schreibschule.  Sie  hat  mit  der  von  Tours,  die  für
Westfrancien  massgebend  wurde,  das  Bestreben  gemein,  die
cursiven  Buchstaben  und  Verbindungen  auszumerzen  und  gleichförmige ­
  und  selbständige  Minuskelbuchstaben  einzuführen,  ohne
dass  man  sich  jedoch  hier  wie  dort  schon  ganz  von  alten  Gewohnheiten ­
  loszureissen  vermochte.  Die  Salzburger  Schrift
unterscheidet  sich  aber  von  der  gleichzeitigen  westfränkischen
wesentlich  dadurch,  dass  in  Salzburg  die  Buchstaben  durchschnittlich ­
  grösser  und  fetter  gemacht  wurden  und  dass  die
Schaftbasen  nicht  so  stark  nach  links  gebogen  und  nicht  so
sehr  verjüngt  wurden  wie  in  Tours.  Sie  steht  daher  der  andern ­
  an  Eleganz  weit  nach,  ist  dagegen  weit  lesbarer.  Sämmtliche
  an  Z  betheiligte  Schreiber  gehören  nun  der  Salzburger
Schule  an,  und  dass  ihre  Schrift  noch  nicht  so  entwickelt  ist
in  der  angegebenen  Richtung,  wie  etwa  in  dem  Cod.  Vindob.
387  vom  J.  809,  bestärkt  mich  darin  die  Entstehung  unseres
Codex  in  die  ersten  Jahre  des  9.  Jahrhunderts  zu  setzen.
Wir  können  nun  den  ganzen  Inhalt  von  Z  überblicken
und,  wenigstens  so  weit  es  sich  um  die  Correspondenz  von

1  Spätestens  830  wurde  Z  für  ein  jetzt  nicht  mehr  erhaltenes  Formelbuch
benutzt,  von  dem  in  der  zweiten  Abhandlung  die  Rede  sein  wird.
2  Ich  begnüge  mich  auf  einige  auch  in  weitern  Kreisen  bekannte  Codices
zu  verweisen.  So  auf  die  älteren  Theile  des  Verbrüderungsbuches  von
S.  Peter,  insbesondere  auf  die  von  Karajan  mit  a,  i,  1  bezeichneten  Hände.
Ferner  auf  den  Codex  der  Stiftsbibliothok  zu  S.  Peter  IX,  16  (Facsimile
in  den  Monum.  graphica  8,  6)  mit  der  Unterschrift:  Episeopus  Arnus
constituit  librum  istum  in  suis  temporibus.  Endlich  auf  den  Cod.  Vindob. ­
  387  (olim  Salisburg.  421;  im  Katalog  von  1433  Nr.  224),  der  zum
grossen  Theil  bis  809  geschrieben  ist:  s.  Pertz,  Archiv  3,  532  und  Mon.
G.  h.  SS.  1,  86.
            
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