Alcuinsfcudien.
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(S. 476) den Schreiber schon kenntlich gemacht hatte. Kann
man nun bei Ep. 104, 107 etwa annehmen, dass die Auslassung
der Namen schon im Original stattgefunden habe, so beweisen
die Angilbertbriefe jedenfalls, dass derselbe Copist oder
dieselben gemeinschaftlich arbeitenden Copisten hier in der
einen Beziehung verschieden vorgegangen sind. Dergleichen
Nachlässigkeiten schliessen die Absicht der Vervielfältigung
historischer Zeugnisse gewiss noch nicht aus, haben aber natürlich
die weitere Ueberlieferung beeinflussen und der Umgestaltung
der Episteln in Formeln Vorschub leisten müssen.
Denn sobald der nächstfolgende Copist diese Briefe Angilberts
an Arno ohne den Titel abschrieb, sobald ferner diese Briefe
aus einem Arno gehörigen Manuscript in eins an anderem Orte
übergingen, erschienen sie als namenlos und konnten insofern
nicht mehr als historische Denkmäler, sondern nur noch als
Dictate gelten. Wir werden solche Fälle noch vielfach kennen
lernen. Hier will ich also nur hinzufügen, dass noch mancher
andere Umstand die Verstümmlung und die Umbildung zu
Formeln herbeiführen konnte. Nehmen wir z. B. Ep. 257,
wie sie in Y und in den andern S. 471 genannten Handschriften
vorliegt. Das Interesse concentrirt sich hier offenbar auf den
Inhalt, auf Alcuins Ansichten de tribus visionum generibus: da
wurde von dem Copisten die Inscription als nebensächlich
ausgelassen, vom Schreiber des Codex Y auch der Schlusssatz
mit dem Namen des Adressaten Fridugisus, welcher in der
Corbieer Handschrift noch beibehalten war. Insbesondere lag
es nah, den Namen des Empfängers in der salutatio und im
weitern Verlauf diesen ganzen Tlieil fallen zu lassen, wenn
der Adressat minder bekannt war, wie das bei vielen an beliebige
Schüler Alcuins gerichteten Briefen geschehen ist. Andererseits
kann auch geringeres Interesse an dem Inhalt ins
Spiel gekommen sein: so bei den Ep. 239, 277, die in Y
kürzer als in andern Handschriften erscheinen. So erhalten
wir Uebergänge verschiedener Art und verschiedenen Grades
von eigentlichen Briefen zu Formeln, oft in einem Codex
nebeneinander, wie eben dem Schreiber das Material auf diesem
oder jenem Wege und in mannigfaltiger Gestalt zuging
oder auch wie er je nach seinem Interesse und seinem Verständnisse
es wiederaeben mochte. Eben deshalb ist es bei
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