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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Sickel.

römischen  Berichte  in  Y  noch  zur  Bekräftigung  des  von  mir
zuvor  gewonnenen  Resultates,  dass  der  Codex  im  J.  798  und  finden ­
  damals  aus  Rom  heimkehrenden  Arno  geschrieben  ist.  Möglich ­
  dass  diese  Berichte  von  den  Reisegefährten  des  Salzburgers ­
  schon  in  Rom  copirt  worden  sind  und  dass  der  betreffende
Quaternio  seine  jetzige  Stellung  als  z  erst  später  erhalten  hat
und  so  zwischen  die  beiden  Briefcollectionen  Y  1  —12  und
Y  15  sequ.  gerathen  ist.  Aber  ebenso  gut  denkbar  ist,  dass
Arno  und  seine  Begleiter  nach  dem  Besuche  der  ewigen  Stadt
und  noch  voll  von  den  Eindrücken  des  dortigen  Aufenthalts
ein  ihnen  in  Gallien  bekannt  gewordenes  Itinerarium,  wie  es
z.  B.  Angilbert  aus  Rom  mitgebracht  haben  kann,  haben  abschreiben ­
  lassen,  so  dass  hier  in  Y  doch  erst  die  zwölf  Alcuinbriefe,
  auf  f.  150'  —  183'  und  danach  die  topographischen
Schriften  eingetragen  wären.  In  dem  einen  und  anderen  Falle
liegt  die  Annahme  nahe,  dass  der  Schreiber  o,  von  dem  hier
alle  Zusätze  stammen,  dieselben  nach  eigenen  Wahrnehmungen,
eventuell  mit  Hilfe  selbstgemachter  Reisenotizen,  zugefügt  hat. 1

1  Ich  will  mich  gleich  hier  über  die  Angabe  in  Froben  1,  2  aussprechen:
In  veteri  quoque  catalogo  inclyti  monasterii  s.  Petri  Salisburgi  notantur
septem  epistolae  ad  Arnonem  .  .  quae  nunc  inquirentium  oculos  fugiunt.
Es  ist  mir  nur  ein  alter  Büclierkatalog  von  S.  Peter  bekannt,  etwa  um
1200  geschrieben,  in  dem  jetzigen  Codex  membr.  A.  IX.  3  des  Stiftes.
In  diesem  begegnet  aber  nicht  einmal  der  Name  Alcuin.  Das  schliesst
nicht  aus,  dass  einige  der  dort  angeführten  Werke,  wie  Duo  volumina
de  operibus  sex  dierum  cum  interrogationibus  et  responsionibus,  sicher
von  Alcuin  sind.  Aber  es  werden  auch  keine  Briefe  in  diesem  Katalog
erwähnt.  Ich  bin  daher  geneigt  anzunehmen,  dass  hier  eine  Verwechslung ­
  zwischen  der  Bibliothek  von  S.  Peter  und  der  des  Domcapitels
stattgefunden  hat.  Vom  Codex  Y  mit  acht  Briefen  an  Arno,  von  denen
aber  zwei  ohne  Adresse  sind,  konnte  allenfalls  gesagt  werden,  dass  er
sieben  solcher  Briefe  enthalte.  —  Von  dem  in  Froben  2,  448  erwähnten
Cod.  Salisburgensis  wird  in  der  folgenden  Abhandlung  die  Rede  sein.  —
Endlich  w r ird  von  Froben  2,  556  ein  Codex,  saec.  XI  olim  Millestatensis
angeführt,  von  dem  man  vermuthen  dürfte,  dass  er  sich  jetzt  in  Wien
befinde.  Die  hiesige  Hof  bibliothek  besitzt  aber  nicht  eine  einzige  ehemals
Millstädter  Handschrift,  während  die  Archivalien  dieses  Klosters  allerdings ­
  nach  Wien  gekommen  sind.  Millstadt  wurde  1598  den  Jesuiten
übergeben,  und  dass  sie  auch  die  dortigen  Handschriften  erworben,  kann
man  schon  daraus  schliessen,  dass  Rieberer  S.  J.  in  domo  professorum
Viennae  bibliothecarius  Froben  Abschriften  aus  dem  betreffenden  Codex
zusandte.  Wohin  dann  die  Millstädter  Bibliothek  gekommen,  ist  unbekannt.
            
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