Alcuinstudien.
473
Mit Fug und Recht hat Rossi die einst von Frohen ausgesprochene
Vermuthung', dass Alcuin der Verfasser beider Aufzeichnungen
sein könne, zurückgewiesen. Aber den Zusammenhang
derselben mit dem übrigen Inhalt der Handschrift hat er doch
verkannt. Zunächst ist zu beachten, dass in dem ursprünglichen
Codex f. 21—191, wie wir schon sahen, nicht blos die eine durch
ihre Aufschrift besonders kenntlich gemachte Ep. 30 vorkommt,
sondern auch andere Schriften und Briefe Alcuin’s. Sodann
dass betreffs der Schrift für den Quaternio z dasselbe gilt wie
für die vorausgegangenen Tlioile: es tritt hier nämlich wieder
der Schreiber a ein, der auch auf diesen Blättern zuweilen
Correcturen vornimmt oder ausgelassene Worte nachträgt, und
dann der Schreiber o, von dem die eigentlichen Zusätze zu
dem ursprünglichen und auch aus den anderen Handschriften
bekannten Texte der Topographie stammen. 1 Noch wichtiger
deren gewagt vorkomnit und dass ich eher Abstammung aus gleicher
Quelle aunelimen möchte.
Den Würzburger Codex, von dem Dr. Ilenner die Güte hatte, mir
ein Facsimile zu senden, setze ich in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts.
1 Es fällt mir nicht bei, mich auf das mir fremde Gebiet topographischer
Untersuchungen verirren zu wollen. Und auch meinen Handschrifteubefund
würde ich dem Rossi’s gegenüber nicht geltend machen, wenn
ich dessen nicht für meine Zwecke benöthigte. Inwiefern meine Beschreibung
auch dahin führen muss, die Annahmen Rossi’s zu modificiren, das
mögen andere erwägen und entscheiden. In diesem Sinne lege ich dar,
worin meine Wahrnehmungen von denen meines Vorgängers zweien.
Zunächst trage ich nach, dass sich auch auf f. 184—191 vielleicht
noch zwei Hände unterscheiden lassen, nämlich neben der von a die ihr
sehr nahe stehende von ß; der eventuelle Wechsel würde mitten auf
f. 184' eingetreten sein. Doch wäre das ein Moment von untergeordneter
Bedeutung gegenüber dem Umstande, dass dieser Quaternio von demselben
oder von denselben Ammanuensen beschrieben worden ist, welche
die vorausgehenden und, wie wir noch sehen werden, die nachfolgenden
Blätter von Y beschrieben haben. Die Initialen, mit denen die einzelnen
Sätze beginnen, vermag ich nicht mit Rossi als nachträglich geschrieben
zu bezeichnen. Auch das finde ich nicht, dass viele Einzelbuchstaben
von anderer Hand mit schwärzerer Tinte nachgezogen seien; es geht
durch die ganze Handschrift hindurch, dass die Buchstaben bald mehr
bald minder schwarz erscheinen. Die K allerdings, mit denen die Anfänge
der Capitula oder der Paragraphen bezeichnet werden sollen, stammen