Sickel. Alcuinstudien.
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Alciiiastudien.
i.
Von
Dr. Th. Siekel,
wirkl. Mitgliede der k. Akademie der Wissenschaften.
Mit Recht zählt man die auf uns gekommenen Briefe
Alcuin’s zu den wichtigsten Quellen für die Geschichte der
Zeit Karl des Grossen. Aber mit gleichem Rechte hat man
auch wiederholt vor der Ueberschätzung ihres Werthes gewarnt.
Es steht nämlich die Ausbeute an historischem Stoff,
welche sich im günstigsten Falle aus diesen Episteln gewinnen
lassen wird, in keinem Yerhältniss zu ihrer Zahl und zu ihrem
Umfange. Und das ist nicht etwa allein Folge der Ueberlieferung,
von der ich später reden werde, sondern hat seinen
tieferen Grund in der ursprünglichen Beschaffenheit dieser
Correspondenz oder in der Individualität Alcuin’s. Von Haus
aus eine contemplative Natur wurde Alcuin durch seinen Beruf
und durch seinen Ruf als gern gehörter Lehrer, wie auch
durch die äusseren Lebensverhältnisse in der Entfaltung seiner
Eigenart noch bestärkt. Ein beträchtlicher Theil seiner Briefe
ist daher rein didactischen Inhalts und nimmt gar nicht auf
concrete Verhältnisse Bezug. Wohl brachten es seine Stellung
in der späteren Periode und der Einfluss, den er ausüben
wollte und zum Theil wirklich ausübte, mit sich, dass er über
allerlei Dinge schrieb, die da geschahen oder geschehen sollten.
Aber bei seiner entschiedenen und mit den Jahren zunehmenden
Neigung, sich in lehrhaften Erörterungen und in Eririah-