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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Der  Dual  in  den  semitischen  Sprachen.

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Derselbe  Vorgang,  nämlich  Anfügung  eines  den  Dual
charakterisirenden  ä,  dürfte  auch  den  Formen  qataltumä  ,ihr
zwei  habt  getödtet',  humä  ,sie  zwei',  antumä  ,ihr  zwei'  zu
Grunde  liegen,  welche  wir  aus  qatal-tumü-ä,  humü-ä,  antumü-ä
  entstanden  erklären.  Man  könnte  wohl  in  Bezug  auf
diese  Formen  das  oben  erwähnte  qatalat-ä  ,sie  zwei  (Weiber)
haben  getödtet'  einwenden,  welches  den  fertigen  Singular  qatalat
  voraussetzt,  und  diese  Formen  in  jener  Zeit  entstanden
sein  lassen,  wo  aus  den  ursprünglichen  Bildungen  qataltumü,
humü,  antumü  die  abgekürzten  qataltum,  hum,  antum  sich  entwickelt ­
  hatten,  aber  einerseits  macht  ü  -f-  ä  =  ä  keine  Schwierigkeit, ­
  da  ja  arab.  pyiLo  (maquam-ü)  zu  ^»Iäxi  (maqäm-ü),
Jyäj  (yuqual-u)  zu  JLüj  (yuqäl-u)  wird,  andererseits  kommen
wir  bei  den  Formen  yaqtuläni  u.  s.  w.  gegenüber  yaqtulüna
u.  s.  w.,  die  doch  auf  demselben  Bildungsprincipe  beruhen,
wiederum  arg  ins  Gedränge.
Wenn  nun  auch  der  lautliche  Vorgang  in  beiden  von  uns
besprochenen  Fällen  derselbe  ist,  nämlich  Anfügung  eines  den
Dual  charakterisirenden  ä,  so  besteht  doch  zwischen  denselben
ein  wesentlicher  Unterschied,  insofern  in  dem  einen  Fall  der
Dual  vom  Singular  gleich  dem  altägyptischen  sonti  abgeleitet
wird,  während  er  in  dem  anderen  Falle  den  Plural  gleich  dem
altägyptischen  sonui  voraussetzt.
bringt,  könnten  wir  statt  des  Masculinum  ramayä  yazawa  aus  den  Singulären ­
  rarna  yaza  ein  gar  nioht  existirendes  ramaä  yazaä  herausbringen.
—  Der  Sachverhalt  scheint  aber  folgender  zu  sein.  Man  bildete  damals
als  man  noch  ramaya  sprach:  ramayat,  ramayä,  ramayatä,  welche  Formen
später  zu  rama,  ramat,  ramatä  zusammengezogen  wurden.  Bei  ramatä
gab  die  Aussprache  rama,  ramat  die  Analogie  ab,  nach  welcher  die  Form
gemodelt  wurde.  Während  also  Nöldeke  sagt,  die  Form  ramatä  beweist,
dass  die  Dualbildung  am  arabischen  Verbum  jung  ist  (ein  Schluss,  der
schon  durch  arab.  qatalä  =  assyrisch  tsabtä  hinfällig  wird),  bemerken
wir  dagegen:  die  Formen  ramayä,  yazawä  beweisen,  dass  die  Dualbildung ­
  alt  ist,  da  sie  nicht  von  rama,  yaza  kommen  können,  sondern  von
den  dahinter  liegenden  ramaya,  yazawa  abgeleitet  werden  müssen.  —  Indessen ­
  können  wir  immerhin  Th.  Nöldeke  zugeben,  die  Femininform
qatalatä,  auf  die  allein  sein  Schluss  sich  erstreckt,  sei  eine  spätere
Bildung;  sie  muss  aber  dann  nothwendiger  Weise  nach  Analogie  von
qatalä  gebildet  worden  sein  (qatalatä  :  qatalat  =  qatalä  :  qatala),  das
jedoch  seinerseits  keine  Neubildung  sein  kann,  da  es  durch  die  identische ­
  assyrische  Form  als  alterthümlich-  sichergestellt  ist.
            
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