Der Dual in den semitischen Sprachen.
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Derselbe Vorgang, nämlich Anfügung eines den Dual
charakterisirenden ä, dürfte auch den Formen qataltumä ,ihr
zwei habt getödtet', humä ,sie zwei', antumä ,ihr zwei' zu
Grunde liegen, welche wir aus qatal-tumü-ä, humü-ä, antumü-ä
entstanden erklären. Man könnte wohl in Bezug auf
diese Formen das oben erwähnte qatalat-ä ,sie zwei (Weiber)
haben getödtet' einwenden, welches den fertigen Singular qatalat
voraussetzt, und diese Formen in jener Zeit entstanden
sein lassen, wo aus den ursprünglichen Bildungen qataltumü,
humü, antumü die abgekürzten qataltum, hum, antum sich entwickelt
hatten, aber einerseits macht ü -f- ä = ä keine Schwierigkeit,
da ja arab. pyiLo (maquam-ü) zu ^»Iäxi (maqäm-ü),
Jyäj (yuqual-u) zu JLüj (yuqäl-u) wird, andererseits kommen
wir bei den Formen yaqtuläni u. s. w. gegenüber yaqtulüna
u. s. w., die doch auf demselben Bildungsprincipe beruhen,
wiederum arg ins Gedränge.
Wenn nun auch der lautliche Vorgang in beiden von uns
besprochenen Fällen derselbe ist, nämlich Anfügung eines den
Dual charakterisirenden ä, so besteht doch zwischen denselben
ein wesentlicher Unterschied, insofern in dem einen Fall der
Dual vom Singular gleich dem altägyptischen sonti abgeleitet
wird, während er in dem anderen Falle den Plural gleich dem
altägyptischen sonui voraussetzt.
bringt, könnten wir statt des Masculinum ramayä yazawa aus den Singulären
rarna yaza ein gar nioht existirendes ramaä yazaä herausbringen.
— Der Sachverhalt scheint aber folgender zu sein. Man bildete damals
als man noch ramaya sprach: ramayat, ramayä, ramayatä, welche Formen
später zu rama, ramat, ramatä zusammengezogen wurden. Bei ramatä
gab die Aussprache rama, ramat die Analogie ab, nach welcher die Form
gemodelt wurde. Während also Nöldeke sagt, die Form ramatä beweist,
dass die Dualbildung am arabischen Verbum jung ist (ein Schluss, der
schon durch arab. qatalä = assyrisch tsabtä hinfällig wird), bemerken
wir dagegen: die Formen ramayä, yazawä beweisen, dass die Dualbildung
alt ist, da sie nicht von rama, yaza kommen können, sondern von
den dahinter liegenden ramaya, yazawa abgeleitet werden müssen. — Indessen
können wir immerhin Th. Nöldeke zugeben, die Femininform
qatalatä, auf die allein sein Schluss sich erstreckt, sei eine spätere
Bildung; sie muss aber dann nothwendiger Weise nach Analogie von
qatalä gebildet worden sein (qatalatä : qatalat = qatalä : qatala), das
jedoch seinerseits keine Neubildung sein kann, da es durch die identische
assyrische Form als alterthümlich- sichergestellt ist.