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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Müller.

wenden,  die  für  die  Untersuchung  das  reichlichste  Material
darbietet,  an  jene  Sprache,  in  welcher  namentlich  der  Dual
als  lebendige  Form  existirt,  das  ist  ans  Arabische.
Allerdings  bemerkt  unser  verehrter  Freund  Th.  Nöldeke,
einer  der  tüchtigsten  Kenner  der  semitischen  Sprachen,  in  dem
am  Anfänge  unserer  Untersuchung  citirten  Aufsatze,  dass  die
Entwicklung  des  Duals,  wie  sie  im  Arabischen  vorliegt,  relativ
spät  sei;  es  darf  uns  aber  dieser  Ausspruch  um  so  weniger
von  unserer  Untersuchung  zurückhalten,  als  einerseits  die  arabischen ­
  Formen  beim  Verbum,  auf  die  man  so  viel  Gewicht
legt,  nicht  ohne  Parallele  dastehen  (vergl.  das  unten  über  das
Assyrische  Bemerkte)  und  andererseits  sich,  wie  wir  unten  sehen
werden,  vom  Arabischen  aus  die  Bildung  des  Duals  in  allen
semitischen  Sprachen  ganz  befriedigend  erklären  lässt,  während ­
  aus  den  spärlichen  Ueberresten,  welche  die  übrigen  semitischen ­
  Sprachen  darbieten,  die  Entwicklung  des  arabischen
Duals  schlechterdings  nicht  begriffen  werden  kann.
Im  Arabischen  erstreckt  sicli  der  Dual  auf  alle  flect.irbaren
  Redetheile,  wird  aber  nicht,  wie  wir  gleich  sehen  werden,
auf  dieselbe  Weise  abgeleitet.  —  Die  einfachste  und  am  meisten ­
  durchsichtige  Form  dürfte  der  Dual  des  Verbum  III  pers.
perfecti  sein,  wo  den  Singulären  qatala  ,er  hat  getödteP,  qatalat
,sie  hat  getödteP,  die  Duale  qatalä  ,sie  zwei  (Männer')  haben
getödteP,  qatalatä  ,sie  zwei  (Weiber)  haben  getödteP  entgegenstehen, ­
  Formen,  die  nicht  gar  so  isolirt  dastehen,  als  man  gewöhnlich ­
  glaubt,  da  das  Assyrische  ganz  ebenso  tsabtä  (Dual)
dem  Singular  tsabit  und  dem  Plural  tsabtü  entgegenstellt.
(Sayce,  Assyrian  grammar  59.)  —  Es  ergibt  sich  daraus  ä  als
Dualzeichen,  das  in  den  obigen  Fällen  an  die  fertigen  Singularformen ­
  angetreten  ist,  derselbe  Process,  den  wir  oben  in
dem  altägyptischen  Dual  Feminini  son-t-i  gegenüber  dem  Singular ­
  son-t  gefunden  haben. 1
'  Wenn  Th.  Nöldelte  (a.  a.  O.  40S)  die  dritte  Person  Dual  femin.  bei  den
transitiven  Verben  mit  letztem  Radic.al  y  als  Beweis  dafür  anführt,  dass
die  arabischen  Dualformen  secundäre,  in  später  Zeit  vom  Singular  abgeleitete ­
  Bildungen  sind,  da  sonst  gegenüber  rämat  ,sie  hat  geworfen 4 ,  ramätä
  ,sie  zwei  (Weiber)  haben  geworfen 4  gesagt  werden  müsste,  so  beruht
die  Bemerkung  auf  einer  allzu  subtilen  Interpretation  der  Sachlage.  —
Gerade  so  wie  Nöldeke  fürs  Femininum  statt  ramatä  :  ramätä  heraus-
            
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