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Müller.
wenden, die für die Untersuchung das reichlichste Material
darbietet, an jene Sprache, in welcher namentlich der Dual
als lebendige Form existirt, das ist ans Arabische.
Allerdings bemerkt unser verehrter Freund Th. Nöldeke,
einer der tüchtigsten Kenner der semitischen Sprachen, in dem
am Anfänge unserer Untersuchung citirten Aufsatze, dass die
Entwicklung des Duals, wie sie im Arabischen vorliegt, relativ
spät sei; es darf uns aber dieser Ausspruch um so weniger
von unserer Untersuchung zurückhalten, als einerseits die arabischen
Formen beim Verbum, auf die man so viel Gewicht
legt, nicht ohne Parallele dastehen (vergl. das unten über das
Assyrische Bemerkte) und andererseits sich, wie wir unten sehen
werden, vom Arabischen aus die Bildung des Duals in allen
semitischen Sprachen ganz befriedigend erklären lässt, während
aus den spärlichen Ueberresten, welche die übrigen semitischen
Sprachen darbieten, die Entwicklung des arabischen
Duals schlechterdings nicht begriffen werden kann.
Im Arabischen erstreckt sicli der Dual auf alle flect.irbaren
Redetheile, wird aber nicht, wie wir gleich sehen werden,
auf dieselbe Weise abgeleitet. — Die einfachste und am meisten
durchsichtige Form dürfte der Dual des Verbum III pers.
perfecti sein, wo den Singulären qatala ,er hat getödteP, qatalat
,sie hat getödteP, die Duale qatalä ,sie zwei (Männer') haben
getödteP, qatalatä ,sie zwei (Weiber) haben getödteP entgegenstehen,
Formen, die nicht gar so isolirt dastehen, als man gewöhnlich
glaubt, da das Assyrische ganz ebenso tsabtä (Dual)
dem Singular tsabit und dem Plural tsabtü entgegenstellt.
(Sayce, Assyrian grammar 59.) — Es ergibt sich daraus ä als
Dualzeichen, das in den obigen Fällen an die fertigen Singularformen
angetreten ist, derselbe Process, den wir oben in
dem altägyptischen Dual Feminini son-t-i gegenüber dem Singular
son-t gefunden haben. 1
' Wenn Th. Nöldelte (a. a. O. 40S) die dritte Person Dual femin. bei den
transitiven Verben mit letztem Radic.al y als Beweis dafür anführt, dass
die arabischen Dualformen secundäre, in später Zeit vom Singular abgeleitete
Bildungen sind, da sonst gegenüber rämat ,sie hat geworfen 4 , ramätä
,sie zwei (Weiber) haben geworfen 4 gesagt werden müsste, so beruht
die Bemerkung auf einer allzu subtilen Interpretation der Sachlage. —
Gerade so wie Nöldeke fürs Femininum statt ramatä : ramätä heraus-