Der Dual in den semitischen Sprachen.
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Bestandtheile (Ober- und Unterland), aus denen das Land
Aegypten bestand. Dieselben lauten : 1
A. Masculina:
heh-ui die Ohren,
rot-ui die Füsse (kopt. p&t),
tot-ui die Hände (kopt. tot),
ta-ui die beiden Welten (Ober- und Unter-Aegypten).
B. Feminina.
' ser-t-i die Nasenlöcher (kopt. uj*.htc, ein versteinerter Dual),
är-t-i die Kinnladen,
hä-t-i das Herz, ,die beiden Herzhälften' (kopt. <jht ein
versteinerter Dual),
mer-t-i die Augen,
sa-t-i die Beine,
%en-t-i die Füsse
keb-t-i die Arme (kopt. crßoi),
hon-t-i die Hörner (kopt. «jmn).
Wenn wir nun im Aegyptischen die Zahlensuffixe Dual
ui, i, Plural u untereinander vergleichen, so stellt sich unzweifelhaft
das Dualsuffix ui als aus u und i zusammengesetzt
dar, und es bleibt nur noch die Frage übrig, wie wir dem
männlichen u-i gegenüber das weibliche i zu deuten haben.
An eine Verkürzung von t-u-i zu t-i ist, vermöge des sonstigen
Charakters der altägyptischen Sprache, nicht zu denken, so
dass wohl nichts anderes übrig bleibt als i für ein selbständiges
Element anzusehen, das an und für sich zur Bezeichnung
der Zahl verwendet werden kann.
Wenn wir uns nun wegen Deutung des Elementes i ans
Altägyptische wenden, so erhalten wir keine Antwort, doch
dürfen wir vielleicht hoffen, von der jüngsten Tochter desselben,
dem Koptischen, eine Aufklärung zu erlangen. —
Machen wir ja oft die Wahrnehmung, dass die alte Sprache,
sofern sie zu literarischen Zwecken verwendet wurde, manches
Gut, das in der ungebildeten Volkssprache stehen blieb, abgeworfen
hat, und dass dieses Gut später, wenn die Volkssprache
zu literarischem Schaffen neu belebt wird, wieder hervortritt
1 Brugsch. Hieroglyphisclie Grammatik. Leipzig 1872. S. 5.
Sitzangsber. 1. phil.-hist. CI. LXXIX. Bd. III. Hft. 29