Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

350

Por  g68.

Allein  nicht  jede  einzelne  Sprache  hat  ein  gleiches  Bedürfniss
gefühlt  und  in  gleichem  Grade  die  Fähigkeit  besessen,  alle  in
ihrem  Bereiche  gelegenen  Bildungsmöglichkeiten  in  wirklichen
Bildungen  zu  realisiren,  auch  nicht  jede  Verbalwurzel  war  nach
ihrer  lautlichen  Gestalt  und  der  ihr  anhaftenden  Bedeutung
zur  Annahme  aller  Stammformen  geeignet.  Dazu  kommt  noch
die  natürliche,  ökonomische  Sparsamkeit  im  Gebrauche  der
vorhandenen  Bildungen,  welche  wiederum  zur  Folge  hat,  dass
manche  derselben  immer  seltener  werden,  im  weiteren  Verlaufe
der  Sprachentwicklung  fast  ganz  ausser  Anwendung  kommen
und  endlich  etwa  nur  noch  als  alterthümliche  Formen  hie  und
da  in  der  Schriftsprache  sich  erhalten.  Gründe  genug,  warum
die  semitischen  Sprachen  nur  einen  verhältnissmässig  kleinen
Theil  aller  möglichen  Stammbildungen  auch  wirklich  besitzen.
Wir  sprechen  hier  nur  von  solchen  Verbis,  die  aus  Verbalwurzeln ­
  hervorgegangen  sind;  die  Denominativa  treten  natürlich
stets  nur  in  denjenigen  Verbalformen  auf,  welche  am  besten
geeignet  sind,  die  jeweiligen  Beziehungen  des  Thätigkeitsbegriffes
  zum  Nomen  auszudrücken,  und  bilden  auch  weiter  niemals ­
  mehr  Formen  aus,  als  das  Bedürfniss  erfordert.  Am
reichsten  und  erschöpfendsten  in  der  Ausbildung  der  Verbalstämme ­
  ist  das  unter  allen  semitischen  Sprachen  am  meisten
durchgebildete  Arabische;  die  verschiedenen  Stammformen
waren  ein  geeignetes  Mittel,  um  die  vielfachen  Nebenbedeutungen, ­
  deren  ein  Wort  fähig  war,  im  Verbum  selber  auszudrücken ­
  und  zu  unterscheiden.  So  kommt  es,  dass  im  Arabischen ­
  die  verschiedenen  Stämme  einer  und  derselben  Wurzel
in  ihren  Bedeutungen  oft  ungemein  von  einander  abweichen,  1
während  in  den  übrigen  semitischen  Dialekten  in  der  Regel
die  einzelnen  Stammbildungen  nach  den  oben  erörterten  Unter-1

  Nicht  hierher  gehören  jene  Beispiele,  wo  zwei  Verbalstammformen,
die  ihrer  lautlichen  Gestalt  nach  aus  einer  und  derselben  Wurzel  herzukommen ­
  scheinen,  in  Wirklichkeit  keine  nähere  Beziehung’  zu  einander

IJcl  hllllli  WiC

haben,  als  dass  ihre  Wurzeln  Homonyma
-  o  s  ^  ^  o  -•  g
dageg.  ,vergolden'  Denom.  von  (JO«5  ,brechen'  dag.
ö  G  '.  --  x-G^-,versilbern'
  von  x  ^  f  ,  Silber',  pl  f>  ,schwimmen'  dag.  >
s,  -
zwei  Jahren  tragen'  von  ,Jahr‘.

.Frucht  von
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.