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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Porges.

z.  B.  ,etwas  für  sicli  nehmen'  ,für  sich  am
Leben  erhalten'.  Hierher  gehört  auch  der  grösste  Tlieil  der
Causativ-Reflexiva  mit  ästimativer  oder  declarativer  Bedeutung,
welche  ini  Grunde  genommen  nichts  anderes  ausdrückt  als
,eine  Person  oder  Sache  in  seinem  Interesse  d.  h.  für  sich,
also  auch  für  Andere  zu  etwas  machen,  für  etwas  halten,  gut
oder  schlecht  heissen',  z.  B.  X.  ,sicli  etwas  erlaubt  sein

lassen,  für  erlaubt  halten 1 ,  X.  ,für  nöthig  erachten',
,etwas  für  schändlich  erklären'.  Solche  Causativ-Reflexiva
unterscheiden  sich  von  einfachen  Causativis  oft  nur  durch  das
überwiegend  subjective  Moment,  welches  in  dem  Begriffe  des
Dafürhaltens  liegt.  Hierher  gehört  ferner  ein  grosser  Tlieil  der
Desiderativa  der  arab.  X.  und  äthiopischen  sog.  IV.  Conjug.,
z.  B.  j-üLXwfl  ,um  Verzeihung  bitten'  eigentlich  ,sich  verzeihen
~i ü
lassen',  ,sich  erlauben  lassen,  um  Erlaubniss,  um
williges  Gehör  bitten'.  In  vielen  Fällen  jedoch  lässt  sich  sowohl ­
  die  ästimative,  als  auch  die  desiderative  Bedeutung  nicht
als  dativische,  sondern  als  directe,  accusativische  Reflexivität
eines  causativen  Vcrbalbegriffes  erklären,  z.  B.  ,-iüuJaAil  ,sich
^  X-  u  ^  o
tränken  lassen,  um  einen  Trunk  bitten',  v_*jsXxXm^  ,sich  zum

Bewundern  veranlassen,  bewundernswerth  finden'.
Wir  haben  bereits  bei  der  Besprechung  des  einfachen
Reflexivum  auseinander  gesetzt,  dass  dieses  oft  die  Bedeutung
erhält  ,sich  von  Jemandem  mit  Willen  afficiren  lassen'.  Dem
entsprechend  bedeutet  auch  das  Causativ-Reflexiv  nicht  selten
,sich  von  Jemandem  eine  Thätigkeit  mittheilen  lassen',  z.  B.
.sich  etwas  übergeben  lassen'  von  üoJ.A.1  ,übergeben',
ü  y  O  .
,gerne  wissen  wollen'  eigentlich  ,  sich  mit  Willen
§.  303)  angegebene  inchoativische  Bedeutung  der  X.  Form,  z.  B.  üiiuLtM
,erwachen 1 ,  !  ,eiuschlafen‘;  zweitens  als  Reflexivbildungen  dadurch, ­
  dass  sie  die  freie  Thätigkeit  des  handelnden  Subjectes  in  den
Vordergrund  treten  lassen,  z.  B.  Atid-mdi/,:  ,gern  und  viel  Mitleid  üben 1
eigentlich  ,sich  selbst  veranlassen,  mitleidig  zu  sein“.
            
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