Ueber die Verbalstammbildung in den semitischen Sprachen.
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■J'iV zu tvi' : , sondern durch das auch sonst im Semitischen nicht
selten angewendete Mittel der völligen Auflösung des vocallosen
ä-: in das ihm folgende iV (resp. II: a- 8- (TB) Genüge
gethan. Uie Causativ-Reflexivform hätte darum auch im Aetliiopischen
auf keinen Fall gegen alle Regeln der semitischen
Euphonie Aä-Aü’-hA: bleiben können; sie hätte sich vielmehr,
wenn sie erst auf dem Boden speciell äthiopischer Sprachbildung
entstanden wäre, in AA^-l-A: verwandeln müssen, ebenso wie im
Fut. des Refl. in ■ßfbii.OK verwandelt ward. Da sie sich
aber durch das in ihr erhaltene causativische y* A: ® als uralte
semitische Stammbildung zu erkennen gibt, so wäre es geradezu
ganz unnatürlich, wenn das Aethiopische die überkommene Form
JjtäXwl, die allen Ansprüchen der Euphonie entspricht, nicht
unverändert beibehalton hätte. Einen zweiten, scheinbar triftigeren
Beweis aber glaubt Dillmann in der Bedeutung der
Ah-l-Ü>+A:-Form gefunden zu haben, und zwar darin, dass sie ,fast
immer das Causativ vom Reflexivunk sei, nicht aber umgekehrt.
Von vornherein müssen wir bemerken, dass sogar dann, wenn
die nähere Untersuchung der Bedeutungen im Einzelnen Dillmann’s
Behauptung bestätigen sollte, unsere Ansicht von der
Genesis und Urbedeutung der Causativ-Reflexivform btspntt’N dadurch
nicht im Mindesten wankend gemacht würde. Wir wären
in diesem Falle höchstens zu der Annahme gezwungen, dass im
Laufe der Zeit das Aethiopische die Genesis der Form Ah-hib-hA:
ganz vergessen und dann nach ihrem Muster Causativa und
Reflexivis gebildet hat. Wir wollen nun aber untersuchen, inwieweit
wir zu dieser an sich nicht unwahrscheinlichen Annahme
unsere Zuflucht nehmen müssen. Zunächst gibt Dillmann
selbst zu, dass es wenigstens ausnahmsweise auch Reflexiva
von Causativis im Aethiopischen gibt; wir aber gehen so
weit, die Behauptung aufzustellen, dass dergleichen sogenannte
Ausnahmen zum Mindesten die Hälfte aller existirenden einfachen
intensiven und extensiven 1 Stammbildungen dieser Art
1 Da es sieh hier nur um Feststellung der allgemeinen Bedeutung der aus
dem Reflexiv und Causativ zusammengesetzten Stammform handelt, so
sind wir berechtigt, die drei verschiedenen Arten derselben, die (nach
Ludolf) mit IV. 1, IV. 2 und IV. 3 bezeichnet werden, vorläufig in Eins
zusammenzufassen. Uebrigens sind IV. 1 und IV. 2 ohnehin im Sprachgebrauche
nicht scharf gesondert (s. Dillmann §. 83).