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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Ueber  die  Verbalstammbildung  in  den  semitischen  Sprachen.

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■J'iV  zu  tvi' : ,  sondern  durch  das  auch  sonst  im  Semitischen  nicht
selten  angewendete  Mittel  der  völligen  Auflösung  des  vocallosen
  ä-:  in  das  ihm  folgende  iV  (resp.  II:  a-  8-  (TB)  Genüge
gethan.  Uie  Causativ-Reflexivform  hätte  darum  auch  im  Aetliiopischen
  auf  keinen  Fall  gegen  alle  Regeln  der  semitischen
Euphonie  Aä-Aü’-hA:  bleiben  können;  sie  hätte  sich  vielmehr,
wenn  sie  erst  auf  dem  Boden  speciell  äthiopischer  Sprachbildung
entstanden  wäre,  in  AA^-l-A:  verwandeln  müssen,  ebenso  wie  im
Fut.  des  Refl.  in  ■ßfbii.OK  verwandelt  ward.  Da  sie  sich
aber  durch  das  in  ihr  erhaltene  causativische  y*  A:  ®  als  uralte
semitische  Stammbildung  zu  erkennen  gibt,  so  wäre  es  geradezu
ganz  unnatürlich,  wenn  das  Aethiopische  die  überkommene  Form
JjtäXwl,  die  allen  Ansprüchen  der  Euphonie  entspricht,  nicht
unverändert  beibehalton  hätte.  Einen  zweiten,  scheinbar  triftigeren ­
  Beweis  aber  glaubt  Dillmann  in  der  Bedeutung  der
Ah-l-Ü>+A:-Form  gefunden  zu  haben,  und  zwar  darin,  dass  sie  ,fast
immer  das  Causativ  vom  Reflexivunk  sei,  nicht  aber  umgekehrt.
Von  vornherein  müssen  wir  bemerken,  dass  sogar  dann,  wenn
die  nähere  Untersuchung  der  Bedeutungen  im  Einzelnen  Dillmann’s
  Behauptung  bestätigen  sollte,  unsere  Ansicht  von  der
Genesis  und  Urbedeutung  der  Causativ-Reflexivform  btspntt’N  dadurch ­
  nicht  im  Mindesten  wankend  gemacht  würde.  Wir  wären
in  diesem  Falle  höchstens  zu  der  Annahme  gezwungen,  dass  im
Laufe  der  Zeit  das  Aethiopische  die  Genesis  der  Form  Ah-hib-hA:
ganz  vergessen  und  dann  nach  ihrem  Muster  Causativa  und
Reflexivis  gebildet  hat.  Wir  wollen  nun  aber  untersuchen,  inwieweit ­
  wir  zu  dieser  an  sich  nicht  unwahrscheinlichen  Annahme ­
  unsere  Zuflucht  nehmen  müssen.  Zunächst  gibt  Dillmann
selbst  zu,  dass  es  wenigstens  ausnahmsweise  auch  Reflexiva
von  Causativis  im  Aethiopischen  gibt;  wir  aber  gehen  so
weit,  die  Behauptung  aufzustellen,  dass  dergleichen  sogenannte
Ausnahmen  zum  Mindesten  die  Hälfte  aller  existirenden  einfachen ­
  intensiven  und  extensiven  1  Stammbildungen  dieser  Art
1  Da  es  sieh  hier  nur  um  Feststellung  der  allgemeinen  Bedeutung  der  aus
dem  Reflexiv  und  Causativ  zusammengesetzten  Stammform  handelt,  so
sind  wir  berechtigt,  die  drei  verschiedenen  Arten  derselben,  die  (nach
Ludolf)  mit  IV.  1,  IV.  2  und  IV.  3  bezeichnet  werden,  vorläufig  in  Eins
zusammenzufassen.  Uebrigens  sind  IV.  1  und  IV.  2  ohnehin  im  Sprachgebrauche
  nicht  scharf  gesondert  (s.  Dillmann  §.  83).
            
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