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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

lieber  die  Verbalstammbildung  in  den  semitischen  Sprachen.

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zu  ersehen,  und  Reciprocität  dient.  Letzteres  lässt  sich  daraus
entnehmen,  dass  im  Aethiopischen  den  durch  vortretendes  AV
aus  Quadriliteris  gebildeten  Reflexivformen  fast  immer  die  Bedeutung ­
  einer  gewissen  Reciprocität  anhaftet,  z.  B.  Xl'fr£' r b&
,hin  und  her  donnern',  XlÄfiOa=  ,hin  und  lier  springen'  (cf.  »ina).
Nur  ausnahmsweise  bildet  öF  im  Aethiopischen  ein  directes
Reflexivum,  z.  B.  VH 1 *!).?®:  ,sich  niederwerfen'  (s.  Ludolf  gr.
äth.  p.  35  V.,  Dillmann  äth.  Gr.  §.  87).  Die  Frage,  welche
von  beiden  Reflexivbildungen  die  ältere  ist,  muss  zu  Gunsten
des  P  entschieden  werden,  da  wohl  eher  anzunehmen  ist,  dass
der  aramäische  Sprachzweig  vom  semitischen  Sprachstamme
vor  der  Ausbildung  einer  neuen  Reflexivform  mit  3  sich  losgelöst ­
  und  mithin  eine  Niph’al-Bilduug  niemals  besessen  habe,
als  dass  die  aramäischen  Dialekte  allmälig  so  ganz  und  gar
jede  Spur  einer  wirklich  vorhandenen  Niph’al-Form  verloren
haben  sollten.  Der  Einfluss  der  neueren  Bildung  mit  3  zeigt
sich  in  den  verschiedenen  Dialekten  verschieden.  So  wurde
durch  sie  im  Hebräischen  die  ursprünglichere  mit  P  im  einfachen ­
  Stamme  ganz  verdrängt,  im  Arabischen  trat  sie  an  die
Stelle  der  älteren  Reflexivform  in  Fällen,  wo  diese  aus  euphonischen ­
  Gründen  nicht  gebildet  wurde,  im  Aethiopischen  ging
sie  bis  auf  einige  Spuren  ganz  verloren,  das  Aramäische  endlich
scheint,  wie  bereits  erwähnt,  eine  Reflexivbildung  mit  3  gar
nicht  gekannt  zu  haben.
4.  Ein  ächtes  Causativ-Reflexivum  erhalten  wir,  wo  eine
solche  Handlung  bezeichnet  wird,  in  der  das  Subject,  welches
die  Thätigkeit  veranlasst,  zugleich  als  das  directe  oder  indirecte
  Object  seiner  eigenen  Handlung  erscheint,  also  wo  das
handelnde  Subject  irgend  eine  transitive  oder  intransitive  Thätigkeit ­
  veranlasst,  welche  entweder  direct  auf  ihren  Urheber
zurückgeht,  oder  wenigstens  in  dessen  selbsteigenen  Interesse
erfolgt.  Da  nun  in  jedem  Causativbegriffe  zunächst  nur  die
ein  Handeln  veranlassende  Thätigkeit  ausgedrückt  liegt,  so
erscheint  in  dem  Reflexiv  des  Cairsativs  gewöhnlich  eben  diese
Thätigkeit  vom  Subjecte  auf  sich  selbst  zurückgerichtet.  Das
Subject  ist  also  in  solchem  Falle  reflexiv,  insofern  es  die  Veranlassung ­
  zu  irgend  einer  Thätigkeit  auf  sich  selbst  bezieht.  Doch
involvirt  ein  vollständiger  causativer  Verbalbegriff  ausser  der
Activität  des  veranlassenden  Subjectes  auch  noch  eine  durch
            
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