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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Uel'er  die  Verbalstammbildung  in  den  semitischen  Sprachen.

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erscheint  auch  eine  Causativform  ihrer  Bedeutung  nach/  insofern ­
  diese  nämlich  eine  intransitive  ist,  als  Denominativbildung,
obwohl  eine  verbale  Grundform  dazu  vorhanden  ist,  von  der
ein  transitives  Causativum  sich  ableiten  lässt  und  bisweilen
auch  wirklich  abgeleitet  worden  ist.  So  geht  z.  B.  b'^an  in  der
Bedeutung  ,gross  werden'  auf  das  Nomen  bl“i|,  in  der  Bedeutung ­
  ,gross  machen'  auf  das  intransitive  Verbum  bl|  zurück,
ebenso  ist  Ebain  ,beschämen'  zu  ttüa,  id.  intransitiv  ,in  Beschämung ­
  gerathen'  zum  Nomen  nttfa  gehörig,  renn  ,vermehren'
vom  Verbum  naa,  id.  ,viel  sein'  vom  Nomen  an  abzuleiten.
Uebrigens  kann  auch  das  Vorkommen  transitiver  Bedeutung
bei  Denominativis  in  der  Causativform  keineswegs  befremden,
so  z.  B.  pabn  trs.  und  intr.  ,weiss  machen'  und  ,weiss  werden'
eig.  ,weissen  Schein  hervorbringen'  gleichviel  ob  an  sich  selbst
oder  an  Anderen.  In  späterer  Zeit  wurden  mit  Hilfe  der  Causativform ­
  auch  solche  Denominativa  gebildet,  denen  die  Bedeutung ­
  des  Hervorbringens  ganz  abgeht,  und  deren  Beziehung
zum  Nomen  nur  aus  dem  Sprachgebrauclie  sich  erklären  lässt,
z.  B.  jrbnn  (mit  scheinbar  privativer  Bedeutung  von  nybin)  ,die
Würmer,  das  Wurmstichige  wegnehmen'  (Mischna  Tr.  Middoth
„e
II,  5),  jÄji  ,Vorderzähne  bekommen'  aber  auch  ,verlieren'  (von
v*j),  ,einen  Obolus  besitzen,  arm  sein'  (von  ^Ai).
Die  ursprünglichste  Causativform  ist  unstreitig  die  im
Aramäischen  und  Himjaritischen  noch  erhaltene  mit  anlautendem ­
  resp.  u**.  1  Reste  davon  lassen  sich  auch  in  den

1  Dass  in  der  That  das  ächte  causativbildende  Präfix  ist,  bestätigen
auch  die  analogen  Causativa  vieler  afrikanischer  Sprachen,  deren  Conjugationssysteme
  überhaupt  mit  dem  semitischen  in  vielen  Punkten  grosse
Aehnlielikeit  haben.  So  werden  Causativa  mit  s  gebildet  im  Sessuto
(Schrumpf,  Beitr.  z.  siidafr.  Spracht,  in  Z.D.M.G.  XVI,  S.  454,  z.  B.
sebetsa  .arbeiten 1 ,  Caus.  stbets-is-a,  bona  ,sehen 1 ,  Caus.  bon-is-a),  im
Suaheli  (Pott  über  die  Spr.  v.  Kaffer-  und  Kongo-Stamme  in  Z.D.M.G.
1848,  2),  im  Canaresisehen  (das.  S.  274),  im  Sechuana  (Ewald  über  die
Völker  und  Spr.  südlich  v.  Aeth.  in  Z.D.M.G.  1847,  S.  48)  im  Galla  und
Dankali  (Krapf  p.  0),  im  Kihiau  (Pott  über  die  Kihiau-Sprache  in  Z.D.M.G.
1852,  6)  etc.  Im  Amharischen  (Isenberg  dict.  p.  83)  bildet  z.  B.  flA:
ein  doppeltes  Causativum,  AhflA:  und  AHA:,  in  der  Saho-Sprache  wird
-ösh  als  causativbildendes  Suffix  angehängt  (Journal  asiatique  1843
tom.  II  p.  116).  Gelegentlich  sei  auch  erwähnt,  dass  in  vielen  dieser
            
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