Ueber die Yerbalstamrabildung in den semitischen Sprachen.
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Das Verbum hat den Accent ursprünglich nach dem zweiten,
das Nomen nach dem ersten Wurzellaut. Ewald (Hebr. Spl.
§. 119, S. 311) findet in der nach vorwärts drängenden Aussprache
des Verbums die grössere Lebendigkeit des Verbalbegriffes
angedeutet. Das einmal gewonnene Grundgesetz der
die verbale Beziehung cliarakterisirenden Aussprache, dass der
Ton scharf auf dem mit dem vorletzten Mitlaute verbundenen
Vocal ruht, bleibt natürlich auch für die weiteren Verbalstammbildungen
massgebend. Denn da die Sprache, sobald einmal
der ursprünglich indifferente Wurzelbegriff durch das Mittel
der accentuirten Aussprache seinen entsprechenden Verbalausdruck
im Gegensätze zum Nomen gefunden hat, es fortan nicht
mehr mit ungetheilten Wurzeln zu thun haben kann, sondern
entweder mit Verbal- oder mit Nominalwurzeln: so können die
weiteren Verbalstammbildungen nicht mehr aus dem indifferenten
Wurzelkörper hervorgegangen sein, sondern sind vielmehr
aus der durch die erste Differenzirung entstandenen, im
einfachen Grundstamme, und zwar in der 3. P. Sing. masc. des
Prät. am reinsten hervortretenden Verbalwurzel abzuleiten.
§. 4. Der Verbalbegriff kann sein innerhalb der Bedeutung
der Wurzel liegendes Gebiet nicht nur schlechthin ausfüllen,
wie dies im einfachen Grundstamme geschieht, sondern
auch nach zwei Richtungen hin erweitern, intensiv und extensiv.
Intensiv, denn die Bedeutung eines Verbalbegriffes kann in sich
selbst verschiedentlich gesteigert oder verstärkt werden; extensiv,
denn der einfache Begriff der qualificirten Handlung lässt sich
durch Hinüberführung zu einem bestimmten Ziele hin, durch
Anwerbung eines nothwendigen Ergänzungsobjectes (eines Obj.
im Acc.) zur directen Transitivität erweitern. Wir finden daher
im Semitischen neben dem einfachen Stamm, der den einfachen
Thätigkeitsbegriff bezeichnet für den Ausdruck der intensiv und
extensiv erweiterten Thätigkeit, noch zwei neue Stammbildungen,
die sich der äusseren Form nach so viel als möglich an die
ursprüngliche Gestalt der Verbalwurzel anlehnen. Der Intensitäts-
und Extensitäts-Grundstamm werden nämlich nach dem
Muster des einfachen aus der Verbalwurzel abgeleitet, und
zwar charakteristisch durch das Mittel innerer Wurzelerweiterung
(im Gegensätze zur äusserlichen Anfügung von Wörtchen
der allgemeinsten Bedeutung) gebildet. Da der Intensitätsstamm