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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Ueber  die  Yerbalstamrabildung  in  den  semitischen  Sprachen.

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Das  Verbum  hat  den  Accent  ursprünglich  nach  dem  zweiten,
das  Nomen  nach  dem  ersten  Wurzellaut.  Ewald  (Hebr.  Spl.
§.  119,  S.  311)  findet  in  der  nach  vorwärts  drängenden  Aussprache ­
  des  Verbums  die  grössere  Lebendigkeit  des  Verbalbegriffes ­
  angedeutet.  Das  einmal  gewonnene  Grundgesetz  der
die  verbale  Beziehung  cliarakterisirenden  Aussprache,  dass  der
Ton  scharf  auf  dem  mit  dem  vorletzten  Mitlaute  verbundenen
Vocal  ruht,  bleibt  natürlich  auch  für  die  weiteren  Verbalstammbildungen ­
  massgebend.  Denn  da  die  Sprache,  sobald  einmal
der  ursprünglich  indifferente  Wurzelbegriff  durch  das  Mittel
der  accentuirten  Aussprache  seinen  entsprechenden  Verbalausdruck ­
  im  Gegensätze  zum  Nomen  gefunden  hat,  es  fortan  nicht
mehr  mit  ungetheilten  Wurzeln  zu  thun  haben  kann,  sondern
entweder  mit  Verbal-  oder  mit  Nominalwurzeln:  so  können  die
weiteren  Verbalstammbildungen  nicht  mehr  aus  dem  indifferenten ­
  Wurzelkörper  hervorgegangen  sein,  sondern  sind  vielmehr ­
  aus  der  durch  die  erste  Differenzirung  entstandenen,  im
einfachen  Grundstamme,  und  zwar  in  der  3.  P.  Sing.  masc.  des
Prät.  am  reinsten  hervortretenden  Verbalwurzel  abzuleiten.
§.  4.  Der  Verbalbegriff  kann  sein  innerhalb  der  Bedeutung ­
  der  Wurzel  liegendes  Gebiet  nicht  nur  schlechthin  ausfüllen, ­
  wie  dies  im  einfachen  Grundstamme  geschieht,  sondern
auch  nach  zwei  Richtungen  hin  erweitern,  intensiv  und  extensiv.
Intensiv,  denn  die  Bedeutung  eines  Verbalbegriffes  kann  in  sich
selbst  verschiedentlich  gesteigert  oder  verstärkt  werden;  extensiv,
denn  der  einfache  Begriff  der  qualificirten  Handlung  lässt  sich
durch  Hinüberführung  zu  einem  bestimmten  Ziele  hin,  durch
Anwerbung  eines  nothwendigen  Ergänzungsobjectes  (eines  Obj.
im  Acc.)  zur  directen  Transitivität  erweitern.  Wir  finden  daher
im  Semitischen  neben  dem  einfachen  Stamm,  der  den  einfachen
Thätigkeitsbegriff  bezeichnet  für  den  Ausdruck  der  intensiv  und
extensiv  erweiterten  Thätigkeit,  noch  zwei  neue  Stammbildungen,
die  sich  der  äusseren  Form  nach  so  viel  als  möglich  an  die
ursprüngliche  Gestalt  der  Verbalwurzel  anlehnen.  Der  Intensitäts-
  und  Extensitäts-Grundstamm  werden  nämlich  nach  dem
Muster  des  einfachen  aus  der  Verbalwurzel  abgeleitet,  und
zwar  charakteristisch  durch  das  Mittel  innerer  Wurzelerweiterung ­
  (im  Gegensätze  zur  äusserlichen  Anfügung  von  Wörtchen
der  allgemeinsten  Bedeutung)  gebildet.  Da  der  Intensitätsstamm
            
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