lieber die Verbalstammbildung in den semitischen Sprachen.
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vom Standpunkte der philosophischen Sprachforschung aus allerdings
richtig und darum nothwendig, dem historischen Bestände
der Sprache jedoch völlig inadäquat und in der empirischen
Grammatik darum nicht am Platze. Wenn wir nun die semitischen
Wurzeln nicht ideell als formlosen wortbildenden Stoff
betrachten, sondern empirisch als fertige Wörter in’s Auge
fassen, in der concreten Gestalt, wie sie auf dem realen Boden
des Satzes stets zur Erscheinung gelangen müssen, so haben
wir es, wie bereits auseinandergesetzt, nicht mehr mit der
ungetheilten indifferenten Wurzel zu thun, sondern zunächst
mit den ältesten und daher einfachsten Verbal- und Nominalstämmen,
die man relativ, im Verhältnisse nämlich zu den
späteren complicirteren Verbal- und Nominalbildungen wohl
auch Verbal- und Nominalwurzeln zu nenneu berechtigt ist.
Die Frage nach der Priorität des Verbums oder des Nomens
ist von Ewald (Hebr. Sprachlehre VII. Ausg. 1863, S. 283) mit
Recht eine ,völlig eitle' genannt worden, insofern die Wurzel
als blosser Wortstoff an sich weder verbal, noch nominal ist,
jedoch die Fähigkeit besitzt, beides zu werden. Insbesondere
gilt dies von den semitischen Sprachen, wo die ungetheilte
Wurzel, vom historischen Standpunkte aus betrachtet, ohnehin
nur ein ,gelehrtes Gedankending' und ohne die Ausbildung
eines weiteren Unterschiedes überhaupt nicht aussprechbar ist.
Doch behauptet Buschmann (A. L. Z. Febr. 1848, S. 274 ff.),
dass die nominelle Beziehung der Wurzel die ursprüngliche
sei. Er stützt sich darauf, dass die einfachen Wörter des
malayischen Sprachstammes an sich meist Substantiva oder
Adjectiva sind, denen sich das Verbum beigesellt, als durch
Verbindung eines Nominalausdruckes mit dem Existenzbegriffe
bewirkt, wie denn überhaupt ein wahrhaftes Verbum, d. h. ein
Gebundensein von Prädicatsbegriff, Copula und generellem Subject
(Person ) keineswegs in allen Sprachen zu finden ist, manche
vielmehr es niemals über einen in aller Strenge nominalen oder,
wenn man will, participialen Charakter hinausbringen. Dass
dieses aber von den semitischen Sprachen nicht gilt, ist klar,
denn offenbar repräsentirt das semitische Verbum nicht etwa
die Verbindung eines Nomen mit dem Existenzbegriffe, sondern
ist der Ausdruck der Handlung und Bewegung. Darum steht
auch das Thatwort im Semitischen weit über dem Nennworte