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Go mp erz.
nihil omnino dicitur quod non multo melius in duobus praecedentibus
enarraverit poetah Fast schäme ich mich, diese ausgezeichneten
Philologen, die nur diesmal etwas eilfertig gelesen
haben, darauf aufmerksam zu machen, dass Kritias an dieser
Stelle noch ganz und gar nicht von der göttlichen Allwissenheit
handelt. Diese wird vielmehr erst aus den hier wie später
(in dem von uns bereits sattsam erörterten: tö yap fpovouv x/re.)
aufgestellten Prämissen gefolgert. Oder wäre der an unserem
Ort ausgesprochene Gedanke so nichtssagend oder —• im fünften
Jahrhundert! — so abgenützt gewesen, dass man annehmen
müsste (was Köchly und Herwerden vorauszusetzen scheinen),
der Dichter sei über diese Vordersätze hinweg eben nur dem
Schlusssatz zugeeilt, ohne ihnen irgend eine selbständige Bedeutung
beizulegen.
Und doch wird mit jenen Worten den Theologen, d. h.
den theologisch-metaphysischen Zeitgenossen des Kritias, ein
Protest in den Mund gelegt gegen nichts geringeres als die
gesammte anthropomorphische Auffassung der göttlichen Dinge!
Denn wenn man von der Gottheit behauptet, sie denke nicht
blos sondern sie schaue und höre auch mit dem Geiste 1
(was überdies damals auch ungleich paradoxer klang als heute,
— man denke an stehende Verbindungen wie o©6aX|j.otat
ISetv xai yviigp voijaai, Ps. Hippocr. de arte §. 2—VI, 4,
Littre, oder oute oöv o4s i opä |j,ay.p6r<pa oute Sv yvtbgv) yiyvoiaxot,
Antiphon bei Galen. XVIII, 2, 656 Kühn), 2 so heisst dies mit
1 ,1t is even very possible to conceive how the soul raay have ideas of c o 1 o u r
without an eye or of sound withont an ear‘. (Berkeley.)
2 Ich möchte das übel zugerichtete Bruchstück nach Bernays (Rh. Mus.
9, 256) und Sauppe (de Antiphonte sophista p. 10) also ordnen: xauxaöi
yvcoaei, ev 8e oü8'ev aüxo (xaö’ eauxo')* ouxe ouv ctysi opa p.axpox7]xa ouxe av
yviop.7) yiyvtuaxoi 6 p.axp’ axxa yiyvcÄaxtov. — Für unseren Zweck wichtiger
ist es daran zu erinnern, dass die im obigen paradox genannte Ausdrucksweise
dies für Niemanden in höherem Masse war als für unseren Autor!
Denn eben von Kritias erzählt Galen daselbst, er habe die Sinneswahrnehmungen
von der intellectuellen Erkenntniss fortwährend und nachdrücklich
unterschieden: Kpixiag p.ev ev xto rcpibxip ’Acpopiap/Ö xa8e ypacpei.
,jj.7^Te ä tw aXXto atouaTi aiaOavexai pjxe a zfj yvd>(J.7) yiyvtoaxed, xai rcaXiv
,yiyvcocjxoucriv oi avÖpcorcoi e’i xi? piv uyiai'vei x?j yvtbp.7)', xai ev f O[xiXuSv
Tcpoxe'ptp ,ei 8’ aüxo? aax^aeia?, otcoi? yva>p.r) ij (t)$?) txavbc,, Tj'xiaxa av ouxto;
uk’ auxou (wohl ucp’ auxou) av a8iX7]Öe(7]S , J xai TCoXXaxi? ev xa> auxo> xai ev xo)