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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Gomperz.

treffliche  Herwerden  aber  verlor,  wie  ihm  dies  in  jungen
Jahren  zuweilen  begegnet  ist,  einfach  die  Geduld  und  rieth
V.  19  sammt  20—21  ,una  litura/  zu  tilgen.  Nun  liegt  uns  V.  20
in  arg  verderbter,  oder  vielmehr,  wie  schon  Fabricius  sah,  in
paraphrasirter  Gestalt  vor,  die  Paraphrase  mag  nun  dem  Sextus
selbst  oder  einem  seiner  Leser  angehören.  Aus  dieser,  aus  den
Worten:  bP  o3  xta'v  jj.lv  to  Xeyßb  ev  ßpoxoi?  ay.oiistat,  das  Ursprüngliche ­
  mit  voller  Sicherheit  wieder  zu  gewinnen,  dies  ei’scheint
mir  als  ein  Ding  der  Unmöglichkeit.  Gegen  V.  21  ferner,
dessen  kleine  Eingangslücke  längst  von  Normann  augenscheinlich
richtig  ergänzt  worden  ist,  besteht  auch  nicht  der  Schatten  eines
Verdachtsgrundes.  Möglicherweise  schrieb  Kritias:  8;  ovj  ßpo-owt
xäv  tb  jj.lv  keyßb  -/.Xüsiv  |  (to)  opwjj.svov  81  Txav  iSeÜv  ouvvjostat.  Dem  V.  19
gegenüber  erhebt  endlich  Herwerden  die  specielle  Anklage,  es  sei
,inepte  supervacaneum  äatjxovt,  aoöitw  ßüp  OaXXovti,  tribuere  ösi'av
<i>6<jtv‘.  Dem  muss  ich  jedoch  auf  das  entschiedenste  widersprechen. ­
  Denn  nichts  hindert  uns  das  Wort  oaij-uov  hier  gei’ade
so  als  generelle  Bezeichnung  übermenschlicher  Wesen  zu
verstehen,  wie  wir  dies  bei  Plato  Apolog.  27  D  thun  müssen.
Sokrates  gebraucht  dort  oatp.wv  im  weiteren  Sinne  zur  Bezeichnung ­
  des  Gattungsbegriffes,  zu  dem  sich  Götter  und  Untergötter ­
  (Dämonen  im  engeren  Sinne)  verhalten  wie  species
zum  genus:  tob?  81  8ai'p.ova?  ob)'!  vjtot  (Lob?  ys.  rjYoup.söa  i)  0ewv
raioap;  —  Und  auch  ohne  solchen  ausdrücklichen  Beleg  hätte
man  diese  Anwendung  des  Wortes  aus  einigen  seiner  sonstigen
Gebrauchsarten  mit  Sicherheit  erschliessen  können.  Denn  zeigt
einerseits  die  hierarchische  Anordnung;  ,Götter,  Dämonen  und
Heroen  dass  die  Begriffssphären  von  Oso?  und  Sai'p.wv  nicht  vollständig ­
  zusammenfallen,  so  lehrt  andererseits  die  gelegentliche,
aber  gar  nicht  seltene  Bezeichnung  der  Götter  als  Dämonen  (vgl.
Nägelsbach,  Hom.  Theol.  68 L ),  dass  der  letztere  Begriff  nicht  (wie
etwa  der  des  Heros)  ein  dem  Göttesbegriff  widersprechendes
positives  Merkmal  enthält.  Vielmehr  erklären  sich  beide  Gebx-auchsweisen
  nur  aus  der  Voraussetzung,  dass  oou'jj.wv  von
Haus  aus  der  an  Inhalt  ärmere  Begriff  ist,  —  woraus  sich
ohne  weiteres  die  hier  vorliegende  dritte  Art  der  Anwendung
ei-gibt.  Ein  Gott  ist  ein  Dämon  und  etwas  mehr.  Dax'um
erscheint  er  in  der  Rangfolge  übennenschlicher  Wesen  dem
Dämon  (im  engeren  Sinne)  übergeordnet,  in  der  logischen
            
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