Beiträge zur Kritik und Erklärung griechischer Schriftsteller.
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genommen, unvereinbare Ansichten von den göttlichen Dingen
dicht bei einander zu finden, dies kann wer es noch nicht
weiss aus den von Lehrs (Popul. Aufsätze S. 128) angeführten
pindari sehen Stellen entnehmen.
Und nicht nur hier, auch im eigentlichen Kernpunkt
unseres Bruchstücks, dort wo das theologische Bekenntniss
nicht gelegentlich gestreift, sondern ausdrücklich vorgetragen
wird, — auch dort hat Kritias nicht die Lehren einer grauen
Vorzeit, sondern die spiritualistischen Doctrinen seines Zeitalters
im Auge. Denn wie heisst es doch daselbst? ,Es gibt
ein übermenschliches Wesen, dem Unsterblichkeit zu eigen ist
gleichwie das Vermögen rein geistiger (durch kein Körperorgan
vermittelter) Wahrnehmung und Erkenntniss, ferner ist
dasselbe die Erkenntnissquelle anderer Wesen und schliesslich
befindet es sich im Vollgenuss göttlicher Macht und Herrlichkeit.'
Nur ein Punkt dieser Paraphrase kann (meines Bedünkens)
als zweifelhaft gelten, da ich ein augenscheinlich und
anerkanntermassen verderbtes Wort zu bessern versucht habe,
ohne für die unbedingte Sicherheit meiner Aenderung einstehen
zu können. Ich lasse die drei Verse nebst einer Rechtfertigung
meiner Auffassung derselben folgen, wobei es nicht meine
Schuld ist, wenn diese nicht jedes polemischen Beigeschmacks
entbehrt.
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Dem letzten dieser Verse ist schon gar Seltsames begegnet.
Anstatt den einzigen Anstoss, den derselbe wirklich bietet, mit
behutsamer Hand zu entfernen — ich meine das jeder möglichen
Construction widerstrebende xpoos/mv, wofür ich xap£/MV
vermuthe (vgl. Bast Commentat. palaeogr. 837 und 934) — hat man
mit Granaten auf Sperlinge geschossen. Köchly hat, man möchte
fast glauben in der Absicht die gesammte Conjecturalkritik zu
verspotten, nahezu den ganzen Vers umgeschrieben:
xpoospuov xe xdvxa y.ai «ppeotv ppoupöv dyav
und xpoosym xdvxa trotz alle dem so übersetzen müssen (,Auf
Alles achtet'), als stünde nicht xdvxa da, sondern xdot. Der
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. LXXIX. Bd. I. Hft. 18