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G o m p e r z.
t'o opovouv die Einzel-Vernunft, hier aber nothwendig die Welt-Vernunft
oder ihren stofflichen Träger. (Plut. Mor. 138 F—I,
1G4 Dübn.; 166 C—I, 197 Dübn.; 706 A—II, 860 Dübn. —
Vita Demetr. c. 1; Arist. Physiogn. 6, p. 813, b, 9; 11; 20.)
Doch ist jener Sprung von den ,Göttern' zum , Weltgeist'
nicht ein allzu gewagter? Lag für Kritias überhaupt und speciell
an dieser Stelle eine Veranlassung vor, die Philosopheme der
spiritualistisclien Schulen seiner Zeit ernstlich zu berücksichtigen
und sie unter die theologischen Dogmen zu mengen, die er
oder sein Sisyphus bestreitet? Beginnen wir mit der letztei’en
dieser Fragen. Dass unser Dichter alle Vorstellungen und
Ausdrucksweisen seiner theologischen und metaphysischen Gegner
bunt durch einander würfelt, dies konnten wir bereits hinreichend
erkennen. Es geschah dies von Seiten eines so geisteshellen
Mannes gewiss nicht ohne die Absicht, diese insgesammt
als seine gemeinsamen Gegner zu kennzeichnen und mit denselben
Schlägen Alle zu treffen. Dass er aber gerade bei der
Besprechung der göttlichen Allgegenwart nicht nur die Gröttervielheit
fallen lässt, sondern die jüngste und am meisten verfeinerte
Ansicht allein hervorhebt, dies macht, denk’ ich, seinem
gesunden Sinn ebenso viel Ehre als seiner Redlichkeit. Denn
dass die als menschenartige Persönlichkeiten aufgefassten Einzelgötter,
dass die individuelle Hera oder Artemis wirklich überall
zugleich anwesend sei — wer hätte jemals, geschweige denn
in einer aufgeklärten, mit dem Begriff der Möglichkeit rechnenden
Zeit solch einen Gedanken ernsthaft zu denken vermocht?
Je gestaltloser und schattenhafter hingegen, je mehr
zum blossen ,Weltgeist' verflüchtigt die himmlischen Mächte
gedacht wurden, um so glaubhafter konnte jene Lehre erscheinen.
Somit hat Kritias, vielleicht ohne viel darüber nachzudenken,
zugleich dem Gebote einer ehrlichen Polemik und
dem instinctiven Bedürfniss gehorcht, nicht zu den Menschen
der Vergangenheit sondern zu den Kindern seiner Zeit zu
sprechen, indem er diesmal den ,Göttern' den Rücken kehrte
und auch nicht bei dem doch immerhin persönlichen ,Dämon'
stehen blieb, ja nicht einmal beim ,Göttlichen' Halt machte, sondern
bis zum nebelhaften ,Weltgeist' fortschritt. Wie viel aber
der Grieche in Bezug auf derartige unvermittelte Uebergänge
vertrug, wie wenig es ihn anfocht, grundverschiedene und, genau