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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Asyndeton,  dem  wir  in  gleicher  Eigenschaft  noch  ein  oder
das  andere  Mal  begegnen  werden,  zweitens  und  hauptsächlich ­
  aber  die  rhetorische  Frage.  Wer  diese  nicht  und  den
Gedanken  nur  allzu  gut  verstand,  der  musste  die  Negation
vermissen  und  konnte  versucht  sein,  diesem  Mangel  abzuhelfen,
indem  er  oüy.  einschob.  Die  Stümperhand,  die  dann  dem  gestörten ­
  Versmass  mit  der  Verkürzung  von  ovjcri'v  zu  oip’  zu
Hilfe  kam  (welches  als  zweite  Person,  vif.,  aufgefasst  wieder
c3’  alteriren  musste),  hat  glücklicher  Weise  den  Trochäus
avopo?  und  damit  das  sichere  Merkmal  der  Verderbniss  nicht
verwischt.  Auch  für  die  Wirksamkeit  dieser  Fehlerquelle
werden  wir  gelegentlich  noch  einen  oder  zwei  Belege  beibringen.

Eine  auffallende  Familienähnlichkeit  mit  diesem  Bruchstück ­
  zeigt  ein  anderes,  dessen  klarer  Sinn  in  alter  und  neuer
Zeit  durch  unrichtige  Construction  und  Interpunction  wie  nicht
minder  durch  völlig  grundlose  Aönderungs  versuche  immer
wieder  verdunkelt,  ja  meines  Wissens  noch  niemals  deutlich
erfasst  worden  ist.  Es  ist  der  von  Plutarch,  de  cohib.  ira
p.  457  C  (I,  554  Dübner)  erhaltene  Vers:
dvop’  vjoty.Yjca; -  d'vop’  ävsx/ceov  -sos;
Ich  verweile  nicht  bei  der  vor  Wyttenbach  üblichen
falschen  Abtheilung:  dvcp’  dvsoctsov•  ~b  bl—,  nicht  bei  dem
Verkennen  der  rhetorischen  Frage,  über  das  auch  dieser  nicht
hinauskam,  nicht  bei  Meziriac’s  Schlimmbesserung:  «vtovsxtsov,
nicht  bei  Wagner’s  ebenso  nichtigem  Vorschlag:  dvopi  tout"
avsxteov;  Auch  Conington’s  von  Nauck  (adesp.  313,  p.  699)
halb  gebilligtes  dp’  dvsy.xsov;  soll  uns  nicht  aufhalten,  —  allein
auch  die  Aenderung  der  Interpunction,  die  der  zuletzt  genannte
grosse  Kritiker  für  nöthig  hielt,  ist  unseres  Erachtens  keineswegs ­
  berechtigt.  Denn  —  um  nicht  weitschweifig  zu  werden
—  auf  die  rhetorische  Frage  des  Dichters:
dvSp’  ■rßv/.TfK,  avop’•  ävsy.X£0V  xoos;
könnte  ich  wenigstens  nur  mit  einem  vernehmlichen  Ja  antworten. ­
  Hiesse  es  freilich:  Ein  wehrloses  schwaches  Geschöpf
wurde  gekränkt  —  Witwen  und  Waisen  wurden  misshandelt:
ist  dies  zu  ertragen?  —  dann  würde  unser  empörtes  Men-
            
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