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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Gomperz.

solches  in  Anderen  fortzupflanzen'.  Ob  dieses  Scheinwissen  auf
unwillkürlicher  Selbsttäuschung-  oder  auf  absichtlicher  Täuschung-Anderer
  beruhe,  ob  die  Wahrsager  Betrüger  oder  Betrogene
seien,  —  diese  Frage  darf  er  nicht  entscheiden,  nicht  darum
weil  sie  ja  wirklich  eine  allgemeine  Beantwortung  gar  nicht
zulässt,  sondern  weil  er  selbst  sie  durch  Aufstellung  jener
Doppelfrage,  beziehungsweise  durch  das  erste  Glied  derselben,
für  eine  offene  erklärt  hat.  Dass  aber  wie  dem  Wissen  das
Scheinwissen,  so  der  wahrhaften  Belehrung  die  Scheinbelehrung,
der  Ueberzeugung  die  Ueberredung  gegenübersteht,  —  der
Berufung  auf  Thatsachen  und  zwingende  Beweise  (oü  Xoyw,
rj'hV  spvw  —  airoSüiijis  y.ai  avdyy.Yj)  die  blosse  %töavoAoyda,  —
brauchen  wir  für  diese  Gedanken  und  diese  Ausdrucksweisen
erst  an  bestimmte  Schriftstellen  zu  erinnern  oder  auch  nur  an
den  allgemeinen  Sprachgebrauch  der  Griechen,  vermöge  dessen
OTÖavöv,  xtÖavoTYji;,  TxiOavoXoyfa  gerade  wie  dv.iq,  eiy.öxw?,  ekoxoXoyia
kaum  seltener  den  Begriff  der  blossen  gewinnenden  Scheinbarkeit
  und  Scheinwahrheit  ausdrücken  als  jenen  der  Wahrscheinlichkeit? ­
  An  -st6si(v)  ist  daher  sicherlich  kein  Anstoss
  zu  nehmen,  und  ich  freue  mich,  in  dieser  Ueberzeugung
mit  Otto  Hense  zusammenzutreffen.  Ob  desselben  ungemein
witzige  Vermuthung:  itöi'Osiv  Xecäv  nothwendig  und  sicher  ist,
darüber  wird  es  mir  schwer,  zu  einem  abschliessenden  Urtheil
zu  gelängen.  Mir  würde  tci'Qeiv  X6yw  oder  Xoyoiq  vollkommen
genügen,  was  Euripides  vielleicht  nur  mit  Rücksicht  auf  den
Schluss  von  V.  3  (Xoywv)  durch  das  etwas  matte  Xsywv  ersetzt
hat.  Das  ganze  Fragment  gewinnt  somit  folgende  Gestalt:
xf  crjxa  Gdy.ot;  p.avx'.x.bi?  evvjgevoi
aatf&q  otöp.vucrö’  sioevat  xa  Saip.ovwv;
xwvos  /eipwvay.xe;  avQpowot  Xöywv;
Saxt?  yup  au^et  Qsöiv  sri<7xa<j0ai  xept,
ouSsv  x 1 .  p.äXXov  ososv  ■!)  icsi'öeiv  Xeyuv.
13.  Euripides  Frg.  826.
Dieses  Bruchstück  der  Tragödie  Phrixos  lautet  in  den
besten  Hss.  des  Stobäus  (Flor.  8,  7),  wie  folgt:
ävi)p  8’  o?  stvat  avSpo?  oöx  aijtov
osiAw  y.sy./.TjxQai  y.ai  voaeiv  cO.cyjph)  voaov.
            
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